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Sommerzeit in Vancouver

Die Sommerzeit beginnt hier in Kanada oder genauer gesagt hier bei uns in Vancouver, Kanada, am zweiten Sonntag im März und endet am ersten Sonntag im November. Im Jahr 2023 beginnt die Sommerzeit demnach am 12. März.

12. März 2023 bis 5. November 2023

Der Hauptzweck der Sommerzeit besteht bekanntlich darin, das natürliche Tageslicht besser zu nutzen. Deshalb werden die Uhren in den Sommermonaten um eine Stunde vorgestellt. Abends steht also mehr Tageslicht zur Verfügung, was zum einen den Energieverbrauch senkt, mehr Freizeitaktivitäten im Freien ermöglicht und, wenn man mal ganz ehrlich ist, die Lebensqualität allgemein schon etwas verbessert. Denn wer mag es schon, im Dunkeln auf die Arbeit zu gehen und im Dunkeln nach Hause zu kommen.

In diesem Beitrag habe ich mal ein paar Fakten zur Sommerzeit zusammengesammelt. Dabei geht es um die Geschichte der Sommerzeit und auch um die leidige Diskussion mit Pros und Kontras.



Geschichte der Sommerzeit

Das Konzept der Sommerzeit gibt es schon seit Jahrhunderten. Die vermeintlich frühesten Aufzeichnungen gehen auf Benjamin Franklin im späten 18 Jahrhundert zurück. Doch erst im 20. Jahrhundert wurde die Sommerzeit weit verbreitet und standardisiert.

1784 – Benjamin Franklin

Die Idee der Sommerzeit wurde angeblich erstmals im Jahr 1784 aufgebracht. Benjamin Franklin meinte, so könne man Kerzen sparen und das natürliche Tageslicht besser nutzen.

1784 schrieb er einen Leserbrief an das Journal of Paris, in dem er eine Änderung des Tagesablaufs vorschlug. Seine Idee: Menschen sollten durch früheres Aufstehen und Ausnutzen des morgendlichen Sonnenlichts Geld für Kerzen sparen und produktiver sein.

Er schlug zwar nicht direkt vor, die Uhr vorzustellen, aber einige Historiker sind der Meinung, dass sein satirischer Brief mit den Vorschlägen zur Motivierung von Langschläfern den Grundstein für das Konzept der Sommerzeit gelegt hat.

1895 – George Vernon Hudson

Der neuseeländische Entomologe George Vernon Hudson schlug 1895 ein System vor, bei dem die Uhren in den Sommermonaten um zwei Stunden vorgestellt wurden – etwas übertrieben, aber nun ja –, um das verfügbare Tageslicht besser zu nutzen.

Sein Interesse an der Sommerzeit gründete in seinem Hobby, dem Sammeln von Insekten. Das zwang ihn dazu, abends nach der Arbeit einen Großteil seiner Sammlung zu betreiben – so ein Nachtfalter ist ohne Licht schwer zu entdecken. Entsprechend war er frustriert darüber, dass es nach der Arbeit nicht genug Tageslicht gab, um seinem Hobby nachzugehen.

In einem Vortrag vor der Philosophengesellschaft im Jahr 1895 argumentierte Hudson daher, dass sein vorgeschlagenes System nicht nur für Insektensammler wie ihn selbst von Vorteil wäre. Auch Landwirte, Arbeiter im Freien und andere würden von den längeren Tageslichtstunden am Abend profitieren.

Die Idee wurde von einer Reihe von Mitgliedern der Gesellschaft belächelt, aber schließlich setzte T. K. Sidey, ein Parlamentarier, die Einführung einer einstündigen Sommerzeit durch, die 1927 erfolgreich getestet wurde.

1908 – Port Arthur

Hier in Kanada hatte im Jahr 1908 die Stadt Port Arthur in Ontario erstmals die Sommerzeit eingesetzt. Damals war die Sommerzeit noch nicht national eingeführt, das folgte erst 1918 als Kriegsmaßnahme – das wird nicht das letzte Mal sein, dass ihr das lest – zur Energieeinsparung während des Ersten Weltkriegs.

Port Arthur verabschiedete 1908 auf lokaler Ebene eine Verordnung zur Einführung der Sommerzeit. Die erforderliche Genehmigung der Bundesregierung fehlte jedoch. Die erste offizielle Anwendung der Sommerzeit hier in Kanada erfolgte somit 1918, als sie zum ersten Mal als nationale Maßnahme eingeführt wurde.



1916 – Deutschland

Die erste Sommerzeitregelung der Moderne gab es in Deutschland. Wen wundert es!? Während des Ersten Weltkriegs wurde sie eingeführt, um Energie bzw. Kohle zu sparen. Am 30. April 1916 wurden die Uhren in den Sommermonaten erstmals um eine Stunde vorgestellt, damit es abends länger hell war und weniger künstliche Beleuchtung benötigt wurde.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs gaben viele Länder die Sommerzeit wieder auf. Aber Deutschland setzte sie in den 1920er- und 1930er-Jahren immer wieder ein. 1940 ordnete die nationalsozialistische Regierung die ganzjährige Sommerzeit an. Auch hier sollte so wieder die Produktivität während des Kriegs gesteigert werden.

Nach dem Krieg gab Deutschland die Sommerzeit zunächst wieder auf, führte sie jedoch 1980 während der Ölkrise wieder ein. Heute gilt in Deutschland die Sommerzeit vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im Oktober.

1966 – USA

In den USA wurde die Sommerzeit ebenfalls erstmals während des Ersten Weltkriegs eingeführt. Allerdings konnten Bundesstaaten und Städte selbst entscheiden, ob sie mitmachen wollten. So entstand ein Flickenteppich aus unterschiedlichen Zeitzonen und Sommerzeitplänen im ganzen Land. Für Reisende und Unternehmen war das sicher ein grosser Spaß.

Im Jahr 1966 wurde schließlich der Uniform Time Act verabschiedet. Mit ihm wurde ein System eingeführt, nach dem in den USA die Sommerzeit am letzten Sonntag im April um 2.00 Uhr morgens beginnt und am letzten Sonntag im Oktober um 2.00 Uhr endet. So konnten sich Bundesstaaten und Territorien von der Sommerzeit abwenden. Bedingung: Der gesamte Bundesstaat bzw. das gesamte Territorium musste mitziehen – einzelne Städte oder Regionen konnten die Sommerzeit nicht auf eigene Faust einführen.

2007 wurde die Sommerzeit um vier Wochen verlängert, indem das Enddatum auf den ersten Sonntag im November verschoben wurde.

Sommerzeit heute

Heute folgen über 70 Länder der Sommerzeit oder einem ähnlichen Zeitplan. Alle folgen dem gleichen Prinzip: Uhren werden im Frühjahr um eine Stunde vorgestellt und im Herbst um eine Stunde zurück. Allerdings gibt es in den verschiedenen Teilen der Welt Unterschiede in Bezug auf den Zeitpunkt und die Dauer der Sommerzeit, und nicht alle Länder befolgen die Sommerzeit überhaupt.

Beginn und Ende der Sommerzeit sind weltweit nicht gleich. Hier einige ungefähre Daten für den Beginn der Sommerzeit in einigen Ländern der Welt im Jahr 2023:

Zu den Ländern ohne Sommerzeit zählen: Armenien, Aserbaidschan, Belarus, China, Georgien, Indien, Indonesien, Island, Japan, Kasachstan, Kirgisistan, Philippinen, Puerto Rico (Gebiet der Vereinigten Staaten), Russland, Turkmenistan, Usbekistan



Diskussion um Sommerzeit

Bei der Sommerzeit werden die Uhren in den Sommermonaten um eine Stunde vorgestellt. So wird das Tageslicht am Abend länger genutzt. In der Regel werden die Uhren im Frühjahr um eine Stunde vorgestellt (d. h. »Gartenmöbel vor das Haus«) und im Herbst um eine Stunde zurückgestellt (d. h. »Gartenmöbel nach hinten in den Schuppen«). Wieso man Gartenmöbel nicht in den Garten stellt und einfach da stehen lässt? Keine Ahnung!

Die Sommerzeit ist ein Thema, das von politischen Entscheidungsträgern, Forschern und der breiten Öffentlichkeit diskutiert wird. Vor allem an Stammtischen fliegen da gern mal die Gläser. Die Auswirkungen der Sommerzeit auf den Energieverbrauch, die öffentliche Sicherheit und das persönliche Wohlbefinden werden von Experten aus den verschiedensten Bereichen untersucht und bewertet.

Die nachfolgenden Pro- und Kontra-Argumente sind jene, die man am häufigsten findet und reflektieren nicht meine eigene Meinung zum Thema. Wo immer möglich, habe ich versucht, die getroffenen Aussagen zu belegen.



Kontra Sommerzeit

Wie bei allen Dingen im Leben, ist nicht jeder ein Fan der Sommerzeit. Kritiker argumentieren, dass die Sommerzeit unter anderem den Schlafrhythmus störe. Auch soll sie die Produktivität verringern und das Unfallrisiko aufgrund von Schlafmangel erhöhen.

Schlafgewohnheiten und Verletzungen

Die Zeitumstellung kann den Schlafrhythmus der Menschen stören. Insbesondere in den Tagen nach der Umstellung. Dies kann eine Reihe negativer Auswirkungen auf die Gesundheit haben, darunter erhöhte Müdigkeit, geringere Produktivität und ein höheres Unfallrisiko.

Ich frage mich, wie Menschen, die im Schichtbetrieb arbeiten und regelmäßig zwischen Früh- und Spätschicht wechseln, mit diesem Argument umgehen.

Negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft

Landwirte lehnen die Sommerzeit oft ab, weil dadurch ihre Zeitpläne und Routinen gestört werden. Kühe haben offenkundig Probleme, sich an neue Melkzeiten zu gewöhnen, was die Milchproduktion beeinträchtigt. Warum sich die Kühe umstellen müssen und nicht die Menschen?

Außerdem reagieren auch einige Pflanzen empfindlich auf die veränderten Tageszeiten und wachsen während der Sommerzeit möglicherweise nicht so gut.



Erhöhter Energiebedarf

Die Sommerzeit war ursprünglich dazu gedacht, Energie zu sparen. Siehe oben die Ausführungen zur Herkunft. Kritiker argumentieren nun, dass sich in einigen Fällen der Energieverbrauch aber während der Sommerzeit sogar erhöhen kann. So kann beispielsweise der Verbrauch von Klimaanlagen während der zusätzlichen Tageslichtstunden am Abend ansteigen. Einsparungen durch den geringeren Beleuchtungsbedarf hebe dies wieder auf.

Wirtschaftliche Beeinträchtigung

Die Zeitumstellung kann Geschäftspläne und -abläufe stören, insbesondere bei Unternehmen, die in mehreren Zeitzonen tätig sind. Dies kann zu Verwirrung, verpassten Terminen und anderen Störungen führen. Auch scheinen Investoren und Aktienkurse darauf zu reagieren.

Fehlende Belege für die Vorteile

Trotz der Argumente, die für die Sommerzeit sprechen, argumentieren einige Kritiker, dass es kaum Beweise für ihre Vorteile gibt. So haben beispielsweise Studien zu Energieeinsparungen und zur öffentlichen Sicherheit unterschiedliche Ergebnisse erbracht. Daher argumentieren einige, dass die Sommerzeit den Ärger und die Störungen, die sie verursacht, nicht wert ist.



Pro Sommerzeit

Es gibt mehrere Gründe, warum sich Länder für die Sommerzeit entscheiden. Einer der Hauptgründe ist, Energie zu sparen. Und mehr Licht führt zu mehr Sicht.

Energieeinsparung

Einer der Hauptgründe für die Sommerzeit ist die Einsparung von Energie. Durch die längere Nutzung von Tageslicht in den Abendstunden wird weniger Energie für die künstliche Beleuchtung benötigt. Das kann zu erheblichen Energieeinsparungen führen.

Mehr Freizeitaktivitäten

Länger Tageslicht am Abend bewegt die Menschen auch dazu, mehr Zeit im Freien zu verbringen. Sie haben mehr Zeit, um am Abend nach der Arbeit Freizeitaktivitäten wie Sport, Wandern oder Gartenarbeit nachzugehen.



Verbesserte öffentliche Sicherheit

Studien zufolge sinkt während der Sommerzeit die Zahl der Verkehrsunfälle und tödlichen Unfälle von Fußgängern. Insbesondere in den Abendstunden, wenn die Sicht schlecht bzw. eben genau nicht ist. Außerdem können mehr Tageslichtstunden die Kriminalität eindämmen und dafür sorgen, dass man sich in der Nachbarschaft sicherer fühlt.

Ankurbelung der Wirtschaft

Von der Sommerzeit profitieren Unternehmen, die sich auf Outdoor-Aktivitäten oder Tourismus spezialisieren. Beispielsweise können Restaurants, Freizeitparks und andere Attraktionen während der Sommerzeit mehr Umsatz verzeichnen.

Verbesserte geistige Gesundheit

Einige Studien deuten darauf hin, dass längere Tageslichtstunden am Abend sich positiv auf die psychische Gesundheit auswirken können. Symptome von Depressionen und Angstzuständen treten seltener auf und die allgemeine Stimmung verbessert sich.



Fazit

Die Meinungen zur Sommerzeit sind gemischt. Für jedes Argument lassen sich Studien finden, die es belegen oder widerlegen. Am Ende ist es eine ganz persönliche Sache, ob man damit klar kommt oder eben nicht.

Befürworter der Sommerzeit argumentieren, dass sie den Energieverbrauch senkt, Outdoor-Aktivitäten und Erholung fördert und die Wirtschaft durch höhere Verbraucherausgaben ankurbelt. Auf der anderen Seite argumentieren die Gegner, dass die Energieeinsparungen minimal sind, die Störung des natürlichen Schlafrhythmus negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann und die Zeitumstellung zu Verwirrung und Unannehmlichkeiten für Landwirtschaft, Unternehmen und Reisende führen kann.

Trotz der Kontroversen halten viele Länder an der Sommerzeit fest, oft mit unterschiedlichen Anfangs- und Enddaten. Letztlich ist die Entscheidung über die Einhaltung der Sommerzeit Sache jedes einzelnen Landes oder jeder Region und kann durch eine Vielzahl von Faktoren wie Energieverbrauch, wirtschaftliche Erwägungen und öffentliche Meinung beeinflusst werden.

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  • Renovierung der neuen Wohnung

    Renovierung der neuen Wohnung

    Vor der Renovierung

    Als wir die Wohnung im Jahr 2019 erworben haben, war eine Sache klar: Über kurz oder lang wird das Master-Bad ausgetauscht. Die vorgefundene Ausgangssituation ist zwar durchaus funktional und besticht auch mit einem wattebauschigen Charme. Aber dennoch entspricht das nicht so ganz unseren Vorstellungen.

    Badezimmer vor Renovierung
    Klopapierrolle auf blassrosa Waschtisch an überdimensionalem Spiegel.
    Badezimmer vor Renovierung
    Eierschalenfarbene jungfräuliche Badewanne mit Seifenmuschel – sehr beliebt!
    Badezimmer vor Renovierung
    Kalkhaltiger Duschkopf in gefliester Duschhö(h)(l)le mit Seifenmuschel und Rost-Halte-Stange.
    Walk-in vor Renovierung
    Von Türen befreiter Walk-in – man sieht ihn förmlich frei atmen!

    Zugegeben, der überdimensional Spiegel an der Wand und auch die große Lampe mit den Kugelleuchten sind ziemlich grandios. Daher habe ich es mir auch zum Ziel gesetzt, diese beiden Features im neuen Bad zu behalten. Sofern das denn irgendwie möglich ist. Denn nach dem Debakel mit dem Abriss der Küchenschränke, schwant uns auch hier Böses. Doch zu unserer Überraschung lassen sich die Badschränke ziemlich problemlos von der Wand lösen und ziehen den Spiegel zum Glück nicht in Mitleidenschaft.



    Während der Renovierung

    Im Januar 2021 beginnen schliesslich die Bauarbeiten. Unser bewährter Handwerker Justin übernimmt die Baustelle und lässt die Fetzen fliegen und die Trockenbauwände und die alten Fliesen und Staub – jede Menge Staub und Staub. Zwischenzeitlich sieht das ganze dann so aus:

    Badezimmer während Renovierung
    Ja also dazu fällt mir nun wirklich nix ein!
    Badezimmer während Renovierung
    Ohne Waschtisch, Toilette und Klopapierrolle wirkt der Spiegel gleich ganz anders.

    Bathroom

    Das Entfernen der Bodenfliesen bereitet übrigens uns und der umliegenden Nachbarschaft besonders viel Vergnügen. Man hatte sich bei der Installation der Bodenfliesen offenbar auf die Ewigkeit vorbereiten wollen und mit Industriekleber und Weihwasser gearbeitet. Es stellt sich jedoch zeitnah heraus, dass diese Kombination weder Justin noch Schlaghammer sowie viel Schweiß und Einsatz standhalten können.

    Einige Zeit später ist dann auch die notwendige Ausgleichsmasse verteilt, der Boden also für die neuen Fliesen bereit. Und auch die Duschwanne wartet darauf, endlich an ihren angestammten Platz zu kommen. Um Platz zu sparen, haben wir uns für eine Schiebetür als Zugang zum Badezimmer entschieden. Auf dem Bild unten rechts kann man bereits die Vorbereitung für diese Schiebetür sehen.

    Badezimmer während Renovierung
    Fachmännisch installierte Duschwanne in Altputzumgebung.



    Badezimmer während Renovierung
    Kabelsalat an Schiebtürvorrichtung und Ausgleichsmasse

    Wenige Zeit später sind dann auch die Wände mit Trockenbau verschalt und verputzt. Vor allem das Verputzen und das damit einhergehende wiederholte Abschleifen der Wände produziert ein unvorstellbares Mass an Staubpartikeln. Doch die Mühe lohnt sich allemal, denn kurz darauf geht es auch schon mit den Wand- und Bodenfliesen von Vantile Ltd. los. Und ganz ehrlich: Sobald die Fliesen an der Wand sind, bekommt der Raum einen ganz neuen und anderen Charakter.

    Badezimmer während Renovierung
    Wandfliesen – so halb.
    Badezimmer während Renovierung
    Wand- und Bodenfliesen – Finally!

    Master-Bedroom und Walk-in

    Im Gegensatz zu den Arbeiten im Bad sind die Umbauarbeiten im Master-Bedroom weniger spektakulär. Der Teppichboden lässt sich problemlos entfernen und auch die Wände erfordern überraschend wenig Aufmerksamkeit. Den grössten Einsatz verlangt die Decke. Aus der in Nordamerika sehr beliebten Spritz-Putz-Decke wird eine glatte Decke. Und auch der Walk-in bekommt ein Make-over im RiTiCoLo-Stil.

    Schlafzimmer während Renovierung
    Schlafzimmer – nach dem K(r)ampf
    Schlafzimmer während Renovierung
    Eichenfussboden und Trimming? Check!
    Schlafzimmer während Renovierung
    Noch immer frei atmender Walk-in mit dunkelgrün gefärbten Wänden
    Schlafzimmer während Renovierung
    Eichenfussboden –

    Speaking of Aufwand: Dem ein oder anderen ist eventuell das Wandbild aufgefallen, dass dezent die Schlafzimmerwand schmückt. Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Stick-and-peel-Tapete, also eine selbstklebende Tapete. Sobald man die Rückseite der Tapete entfernt, geht diese mit allem eine Verbindung ein, was sich auch nur im selben Raum befindet. Dazu zählen unter anderem menschliches Haupthaar, Textilien und die Rückseite der restlichen Tapete. Zwar wird auch die Wand an sich in Erwägung gezogen, hat jedoch bei der Klebepriorität nicht die oberste Position.

    Alles in allem wird die Befestigung dieser Tapete mit allerlei Schimpfwörtern und Flüchen begleitet. Ich gehe stark davon aus, dass dies einen ähnlich Effekt haben wird wie Weihwasser und Industrikleber und dieses Wandbild damit für die Ewigkeit halten wird. Oder eben bis ein Justin mit Schlaghamer und Einsatz kommt und sie mit Schweißeinsatz löst.



    Nach der Renovierung

    Was soll man am Ende von so einer Renovierung schon gross sagen. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt und zwar massiv. Die Veränderung ist atemberaubend und wir fühlen uns sehr wohl damit. Vermutlich haben wir auch den Wert der Immobilie gesteigert, aber das ist ja nur so ganz nebenbei und aus Versehen passiert.

    Schlafzimmer nach Renovierung
    Master-Bedroom
    Walk-in nach Renovierung
    Walk-in zwischen Master-Bedroom und Master-Bathroom
    Badezimmer nach Renovierung
    Master-Bathroom




  • North Vancouver Views

    North Vancouver Views

    Ein neues Adobe Spark mit Eindrücken von unserer neuen Heimat: North Vancouver.

    (mehr …)
  • RiTiCoLo meets DaStWiBa

    RiTiCoLo meets DaStWiBa

    Plötzlich ist Ende August und wir bekommen Besuch. Hurra! Daniel und Stephan sind da. Nach einem Roadtrip durch die USA und den Rest von Kanada, lassen die beiden ihren Urlaub bei uns ausklingen.

    Roadtrip

    Stadturlaub oder Roadtrip war die Frage, die sich die beiden bei der Planung ihres Urlaubs gestellt haben. die Antwort war recht schnell: Roadtrip. Innerhalb von drei Wochen fegen die beiden durch die USA und Kanada. Los ging es: von Seattle nach Portland, dann weiter nach San Francisco, rein in die wilde Schönheit von Yellowstone und weiter durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, aber ohne Quark. Schließlich ging es hinüber in das Land von Tim Hortons, entlang der Rocky Mountains und – Kamloops ignorierend – auf die Zielgerade nach Whistler. Dort treffen wir aufeinander.

    Whistler

    Wir sind da ja ein wenig gemäßigter unterwegs. In der gleichen Zeit ziehen wir ganz geschmeidig um, malern die notwendigsten Räumlichkeiten und bauen eine Küche (fast) fertig auf. An einem Samstag machen wir uns dann auf zur Burrard Station in Downtown Vancouver, von wo aus uns Epic Rides binnen drei Stunden nach Whistler bringt – Kostenpunkt: 25 Dollar pro Person.

    In Whistler kommen wir am Busbahnhof an, direkt im Zentrum von Whistler Village. Was will man eigentlich mehr? Als Unterkunft haben wir ein Airbnb gebucht, und so machen wir uns direkt auf die Suche nach besagter Unterkunft. Angekommen inspizieren wir die Lokation und stellen fest: Da war wohl die Reinigung noch nicht so richtig aktiv bei der Sache. Stellen wir also erstmal nur die Sachen ab und drehen anschließend noch eine Runde durch den Ort. Eventuell kommen die Leute ja noch. Doch auch als wir alle vier einige Zeit später zurück in der Unterkunft ankommen, hat sich keine sichtliche Änderung ergeben. Kurzum kontaktieren wir die „Vermieterin“. Die ist geschockt, verspricht sich sofort darum zu kümmern und ist mehr als hilfsbereit. Am Ende wird die Wohnung gereinigt während wir beim Abendessen sind. I-Tüpfelchen: Die Vermieterin besteht darauf, uns die Gebühr für den Aufenthalt zu erstatten. Nice!

    Der nächste Tag steht ganz im Zeichen von Whistler Mountain und Blackcomb Peak. Wir wagen uns in die Whistler Gondola und erobern den Berg. Das ist jedem wärmstens ans Herz gelegt, denn Whistler Village ist an sich zwar ganz schnuckelig und schön, verblasst aber in Anbetracht der Erhabenheit der beiden Skiresorts.

    Whistler PEAK 2 PEAK Experience

    Mit nicht ganz 70 Dollar pro Person ist die Gondel nicht unbedingt preis-, aber definitive ihr Geld wert. Bis zur Lodge auf Whistler Mountain dauert es knapp 20 Minuten, und von hier oben hat man einen atemberaubenden Blick auf den Garibaldi Provincial Park.

    Whistler Mountain ist seit 2019 um zwei Attraktionen reicher: Cloudraker Skybridge und Raven’s Eye. Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, auch diese Abenteuer zu erkunden und wandern den knapp 0,5 Kilometer landen Weg zum Sessellift Peak Express Chair und lassen uns auf den „Top of the World“-Gipfel bringen.

    Cloudraker Skybridge
    https://youtu.be/Hi_Nn8tX5MY

    Zwischen Whistler Mountain und Blackcomb Mountain pendelt der ehrfürchtige Reisende mit der Peak-to-Peak-Gondola (P2P). Laut Betreiber ist P2P die längste und höchste Gondel der Welt. 3.03 Kilometer liegen zwischen den beiden Türmen und die einzelnen Kabinen hängen am tiefsten Punkt sagenhafte 436 Meter über dem Boden.

    North Vancouver/Vancouver

    Von Whistler Mountain geht es wieder hinab ins Whistler Village und schließlich über den Sea-to-Sky-Highway heimwärts in Richtung North Vancouver und Vancouver. Die Hausgäste werden in ihrem Gästezimmer einquartiert und kommen nach vielen Wochen ungeteilter Bettdecken nun endlich in den Genuss einer jeweils eigenen Bettdecke. Und als wäre das noch nicht grandiose genug, schleppen wir die zwei beiden kreuz und quer durch die Stadt. Berge haben wir hinter uns, also geht es an den Strand, wieso? Ganz einfach, weil es geht.

    Hope you liked it. See you soon.

  • Ein neues Zuhause

    Ein neues Zuhause

    Bestandsprüfung

    Auf den Bildern unten bekommt ihr einen Eindruck davon, wie wir dieses Juwel vorgefunden haben. Die Einrichtung stammt noch vom Vorbesitzer, der vor wenigen Jahren verstarb. Wie wir später erfahren werden, war er auch der erste Eigentümer. Wir kaufen sozusagen aus erster Hand.

    To-Do-Liste

    Wer uns kennt, der erkennt vermutlich direkt, wieso diese Wohnung in die Kategorie „fixxer upper“ fällt. Vier Punkte sind es, die vor dem Einzug (Alte Wohnung ist zum Ende August gekündigt) zu erledigen sind:

    1. Küche raus
    2. Wände
    3. Fussboden
    4. Küche rein

    Küche: Einmal raus, bitte

    Punkt Nummer eins ist ziemlich schnell erledigt. Die Planung für die Küche steht, noch bevor wir den Schlüssel für die Bude in den Händen halten. IKEA, seinem Küchenplaner und der Erfahrung von insgesamt acht zuvor errichteten Gourmettempeln sei dank. Doch bevor die neue Küche rein kann, muss die alte Küche raus. Wieso? Naja, sagen wir es mal so: Das Gebäude wurde 1991 erbaut und so auch die Küche. Unser Geschmack und die Küchenschränke und -fronten sind einfach nicht kompatibel.

    Craigslist

    Also: Weg damit! Aber wie? In Deutschlang gibt es Ebay Kleinanzeigen und Flohmärkte. Über unseren erfolgreichen Einsatz dieser beiden Medien haben wir euch ja schon berichtet. Hier gibt es eine ähnliche Sache: Craigslist. Auf Craigslist bekommt man grundsätzlich alles. Von Klamotten über Dekorationselemente und Möbel bis hin zum neuen Job, der neuen Wohnung, dem neuen Partner und eventuell Herpes. Wir haben eine Küche zu vergeben. Wie sich herausstellt, sind wir nicht die Einzigen mit Kompatibilitätsproblemen. Geld will niemand ausgeben. Lediglich der Kühlschrank wechselt für ein Entgelt von 80 CAD den Besitzer. Aber der Rest wird wohl verschenkt werden müssen. Schränke, Geschirrspüler, Herd und Abzugshaube. Alles kostenlos angeboten und am Ende auch fast alles losgeworden. Am spektakulärsten war übrigens der Abtransport des Herds:

    Übrigens: Obendrauf kam noch die Dunstabzugshaube

    Auch die Schränke werden abgeholt, und auch der Geschirrspüler findet ein neues Zuhause. Bei den Schränken wird jedoch leider nicht alles verwertet, weswegen unser Parkplatz im Keller eine kleine Weile mit demontierten Schrankteilen belagert wird. Wir sammeln einfach mal ein wenig, bevor wir den ganzen Schranz auf die Müllhalde bringen.

    Wichtig ist, dass die Küche nun leer ist und damit Schritt Nummer zwei in Angriff genommen werden kann.

    Wände: Einmal weg, bitte

    Bereits bei der ersten Besichtigung und auch bei den folgenden Begehungen prüfen wir immer wieder, ob die Wand zwischen Küche und Wohnraum raus kann. Alle sagen: Ja, das ist kein Ding. Grundsätzlich. Also: kein Ding.

    Handwerker gesucht

    Pulssteigernd wirkt es sich dann jedoch aus, im Internet nach den Regularien für derartige Vorhaben zu suchen. Man braucht für alles eine Genehmigung von der Stadt. Strukturelle Umbauarbeiten erfordern zudem Zeichnungen der Fläche davor und danach. Diese müssen von einem Ingenieur erstellt, von einem Contractor geprüft und bei der Stadt eingereicht werden, und am Ende gibt dann ein schwer beschäftigter Beamter binnen zehn bis zwölf Wochen sein Stop oder sein Go. Das Ganze ist mit einer beträchtlichen Summe Geldes verbunden. Hinzu kommt, dass derart kleine Angelegenheiten, wie das Herausreissen einer Wand, von den ansässsigen Handwerkern als „winziger Job“ bezeichnet wird. Da man eher an Grossprojekten interessiert ist, ist auch die Auswahl derer die einen solchen Job ausführen ebenso winzig. Hurra!

    Ich – die Ruhe in Person bei derartigen unvorhergesehene Begebenheiten – sehe bereits unsere Felle wegschwimmen. Also befragen wir unsere Maklerin Silvia, denn die war jahrelang in der Modebranche tätig und kennt sich vermutlich auch mit schwimmenden Fellen aus. Sicher hat sie den ein oder anderen Handwerker bei der Hand, der sich auch für kleine Leute und kleine Jobs nicht zu schade ist. Und, was soll ich sagen, wir haben Glück. Mit dem Handwerker ist am Nachmittag ein Termin für den Abend ausgemacht, an dem er vorbei kommen wird und sich die ganze Sache mal anschaut. Und hierum geht’s. Das Ding soll weg oder irgendwie kleiner:

    Umbau im Schnelldurchlauf

    Wir besprechen zahlreiche Optionen, begutachten den Dachboden direkt über uns, um zu schauen, ob es sich um tragende Wände handelt und sprechen über das Prozedere an sich. Es ist alles nicht so aufregend, wie ich es dachte, was meinen Puls wieder auf ein gesundes Level brachte. Als Zeitfenster handeln wir drei Wochen aus, in denen jede Menge passiert. Eine Wand verschwindet, Fliesen stürzen und neue Kabel werden verlegt:

    Am Ende ist die komplette Wand raus. Die in der Wand befindlichen Lichtschalter wurden verlegt in die Flurwand. Der gesamte Wohnraum ist dadurch grösser und offener. Ein voller Erfolg:

    Fussboden: Einmal schick, bitte

    Alte Küchenmöbel sind verschenkt, Wohnraum ist geöffnet. Doch bevor die Küche endlich in neuem Glanz erscheinen kann, braucht es noch eine solide Basis. Sprich: Der Boden muss getauscht werden.

    Den Richtigen finden

    Anhand eines kleinen Streifens Vinyls oder Laminats eine Vorstellung davon zu bekommen, wie der gesamte Raum mit dem Fussbodenbelag aussehen würde. Dieses Talent ist mir nicht gegeben. Daher vertraue ich da voll und ganz auf Rico, der selbige Kompetenz entweder besitzt oder sehr überzeugend eine entsprechende Kompetenz simulieren kann.

    Wir entscheiden uns für ein wasserdichtes und kratzfestes Vinyl. Verlegt wird das ganze von unserem Handwerker. Anstatt den bestehende Boden jedoch heruaszureissen, wird das Vinyl einfach obendrauf gelegt. Das spart Geld und Zeit und davon hat man ja bekanntlich nie genug. Das Zwischen- und auch das Endergebnis kann sich durchaus sehen lassen.

    Unser Parkplatz beinhaltet mittlerweile folgendes: demontierte Küchenschränke, Trockenbauwände in vorschriftsmässig verschlossenen Abfallsäcken und jede Menge Pappkartons. Den Müll gilt es nun zu entsorgen. Und dafür gibt es hier auch ein Haus. Ein Müllhaus sozusagen:

    Küche: Einmal neu, bitte

    Schritt vier: Neue Küche bauen. Elektrogeräte sind bereits bestellt und trudeln nach und nach ein, noch während die Bauarbeiten anhalten. Kühlschrank, Ofen, Herd, Geschirrspülmaschine, Dunstabzug. Am Ende fehlen nur noch die Schränke und die gibt es bekanntermaßen bei IKEA. Die liefern ja zum Glück. Und würden auch aufbauen, aber nee Freunde. Den Spaß lassen wir uns nicht nehmen. Die Küchenschränke sind schnell aufgebaut und zusammengestellt.

    Der eigentliche Spaß geht dann erst los. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit basiert ja bekanntlich auf einer einstimmigen Kommunikation. Dies gilt – wie wir feststellen durften – auch und vor allem für Maßangaben. Kanadier verwirren ja die Menschheit mit ihrer Inkonsequenz beim Thema. So werden große Entfernungen in Meter und Kilometer gemessen, bei kleineren Abmessungen werden Inches verwendet. So auch beim Küchenbau, was Rico periodisch zu spontanen Wutausbrüchen veranlasste.

    Die Arbeitsplatte muss aufgelegt, ausgerichtet und zurecht geschnitten werden. Elektrogeräte müssen eingebaut werden. Am Ende müssen die Deckplatten zugesägt und montiert, Zierleisten angebracht sowie Wandfliesen gefliest werden, um das Ganze abzurunden. Die Bilder zeigen einen Zwischenstand der Arbeiten.

    Einmal fertig. Bitte.

    Am Ende sieht das ganze dann recht ordentlich aus und bietet genügend Stauraum und jede Menge Arbeitsfläche. Ich finde, so kann man leben. Die Beleuchtung lässt sich dimmen und bietet sowohl Kalt-, als auch Warmweiss. So hat man je nach Stimmung und Bedarf die richtige Beleuchtung zur Hand. Gesteuert per App. Natürlich!

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  • Der lange Weg zum (Wohn)Glück

    Der lange Weg zum (Wohn)Glück

    Was bishin geschah …

    Wer nix erwartet, der wird auch nicht enttäuscht. Drum setzen wir uns mit dem Erwerb der eigenen Immobilie nicht unter Druck. Aber wenn es passt, dann passt es eben. Und darum haben wir uns eine Wohnung gekauft. Glaubste nicht? Kannste glauben!

    Vor einer kleinen Weile in einem von euch weit entfernten Land hatte sich Rico auf der Website eines geplanten Bauprojekts registriert. Gebäudekomplexe werden ja weit im voraus geplant und die verfügbaren Units auch weit vor Baubeginn bereits verkauft. Das nennt sich dann „Presale“.

    Toppen Ridge

    Unser Interesse galt dem Objekt Toppen Ridge, wo 24 Townhomes entstehen sollen. Anfang Mai war es soweit, der Presale begann. Man (wir) konnte(n) sich (uns) in einem kleinen Baucontainer ein maßstabgetreues Model der Anlage anschauen sowie die geplanten Materialien für die Innenausstattung begutachten. Und man konnte sich über den Preis informieren: Knapp 100 qm plus 15 qm exterior inklusive einer potenziellen Einliegerwohnung von 28 qm, alles im Erdgeschoss, gibt es für schlappe CAD 1 000 000, in Worten eine Million.

    Okay! Wir haben ja keinen Zeitdruck. (Zum Glück) Und außerdem müssen wir uns ja erstmal bei der Bank nach unserer Bonität erkundigen. Alles sieht sehr schick aus. Ja, ein Prospekt nehmen wir gerne mit. Ja, über eine E-Mail vom Makler mit weiteren Informationen würden wir uns sehr freuen … Übrigens: Besagte E-Mail ist nie eingetroffen.

    Ein wenig aufgeschreckt verlassen wir den Baucontainer, drehen eine Runde um die potenzielle Baugrube und spazieren dann zurück. Die Umgebung hier ist gar nicht schlecht. Wir sind in Nord Vancouver. Das Wetter spielt auch mit, also statt uns wieder in den Seabus zu setzen und heim zu fahren, schlendern wir weiter. Mir fällt ein Schild auf mit der Aufschrift Open House. Ach, was solls. Machen wir eben mal Haus-Hopping und schauen uns Häuser an, die wir uns nicht leisten wollen.

    Open Houses

    So bestaunen wir beispielweise ein 5-Bedroom-Duplex der luxoriösen Art für CAD 8 Millionen. Allerdings ist da das Gästebad doch etwas klein. Man will ja, dass sich die Leute auch wohlfühlen. Wohl fühlen sich auch die beiden Makler, die alles mehr interessiert als zwei Typen, die sich das Haus anschauen. Naja, gut. Das nächste Haus ist ebenfalls ein Duplex (so heißen hier die Doppelhaushälften): 3 Schlafzimmer, offenes Wohnkonzept, grandiose Küche und eine Einliegerwohnung im Untergeschoß. Größte Überraschung? Wir werden von der Marklerin ernstgenommen. Wir kommen ins Gespräch, plaudern und nennen ihr einige Punkte von unserer Checkliste. (Ja … wir haben eine Checkliste. So ganz und gar keine Gedanken macht man sich ja nun auch nicht) Interessiert und engagiert wirkt die junge Frau. Sie gibt uns noch zwei Tipps für Häuser in der Gegend die wir uns anschauen können und verspricht, sich zu melden. Noch am selben Abend landet eine E-Mail im Posteingang.

    Wir haben beide das Gefühl, es wird ernster. Echt jetzt? Wollen wir uns wirklich eine Wohnung kaufen.

    Aber da müssen wir doch erstmal bei der Bank anfragen, was an Kredit möglich ist. Gesagt, getan. Was und wie es da genau ablief, wird in einem separaten Blogbeitrag noch erläutert.

    Gucken kostet nix, und sich informieren ja auch nicht. Darum verbringen wir die kommenden Tage damit, den Wohnungsmarkt nach passenden Immobilien zu durchforsten. Und die Wochenenden damit, die gefundenen Objekte zu begutachten. Wir lernen dabei viel, auch über den gesamten Ablauf. Fazit: Nix geht ohne Makler. Darum machen wir kurzerhand einen Termin mit der Marklerin aus Haus Nummer zwei, mit Silvia Pezzente. Unsere Vorstellungen sind mittlerweile ziemlich klar und auch, dass wir vor einem „fixxer upper“ nicht zurückschrecken. Meint: Wir wollen keinen geschliffenen Diamanten (bezugsfertige Wohnung), sondern einen rohen, den wir nach eigenem Geschmack schleifen können. Makler werden hier übrigens vollständig vom Verkäufer der Immobilie bezahlt, also kostet uns das ganze nicht mal was.

    Auswahlverfahren

    Die Liste mit den beäugten Wohnungen ist lang. Alles sind irgendwie okay aber eben auch nur okay. Und so passiert es, dass wir nach Besichtigung dreier Wohnungen an einem Sonntagnachmittag müde sind, und die Wohnung die noch auf der Liste steht, erst in einer Stunde besichtigt werden kann. Mist. Und eigentlich war die auch nicht so toll. Lassen wir es also! Wir geben auf!

    Auf dem Weg zum Seabus (… ja … wir sind immer noch in North Vancouver … also eigentlich schon wieder, aber naja … ) sehen wir ein weiteres Open-House-Schild. Das ist doch noch gar nicht auf der Liste? Wollen wir? Ach komm, wir wollen!

    Zwei Schlafzimmer, check

    offene Küche, check

    Veranda größer als der Wohnraum, check.

    Moment … was? Veranda größer als der Wohnraum? Wow. Und der Preis? Im Budget. Na guck einer an. Im grunde genommen: perfekt. Aber irgendwie auch nicht. Alles schon fertig. Keine Küche, die man noch planen und bauen muss, keine Wände, die man noch streichen muss. Perfekt, wenn man eine bezugsfertige Wohnung will. Aber wir wollen ja eine Wohnung nach unseren Vorstellungen. Jammern auf hohem Niveau.

    Volltreffer

    Das Haus sieht ja schonmal besser aus als gedacht. So in real. Aus der Tür kommen gerade zwei ältere Damen. Die haben schon Zettel von der Wohnung in der Hand und scherzen nur: „Braucht gar nicht hoch zu schauen, wir nehmen sie.“ Das wollen wir doch mal sehen.

    Dritter Stock. Fahrstuhl. An der Innenseite der schwarz lackierten Aufzugtür prangt ein eingeritztes männliches Glied. Ahja. Als sich die Aufzugtür öffnet fällt man im Grunde einmal hin und ist direkt in der Wohnung, denn die Tür ist vis-a-vis dem Fahrstuhl. Erster Eindruck: überraschend hell für ne Nord-Wohnung. Ich biege ab, Rico geht geradeaus. Ich begutachte ein Gästebad und ein Gästezimmer. Es kribbelt. Ich schleiche um die Ecke den Flur entlang. Schaue in die vom Wohnraum durch eine Wand abgetrennte Küche. Eine große Durchreiche lässt licht rein, ebenso das Fenster über der Spüle. Die Küche selbst: Das Haus wurde 1991 erbaut und so auch die Küche. Dann der Wohnraum. Groß, offen, hell. Das Schlafzimmer: groß, offen, hell. Das angrenzende Bad: groß, 1991 eingerichtet, akzeptabel. Als wir uns wieder treffen ist beiden eigentlich klar: Wir haben einen Gewinner.

    https://vimeo.com/337586672
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