Schlagwort: Innenausbau

  • Bäume, Öfen, Holz und Tatzen

    Bäume, Öfen, Holz und Tatzen

    Ach du meine Güte ist hier viel passiert. Den gesamten Juli und je knapp eine Woche Juni und August haben wir in unserer Cabin verbracht. Eine Woche davon im »Kein Geld verdienen, sondern nur bauen«-Modus. Ich sage nicht Urlaubsmodus, denn Urlaub war es nicht. Dafür ist wahrlich zu viel passiert.

    Nicht nur wurden wir von einigem Baumgut befreit und unsere Cabin um einen Holzofen bereichert, sondern wir sahen uns auch mit den Auswirkungen eines gebrochenen Arms konfrontiert und mit 12 Tatzen. Aber der Reihe nach.

    Bäume – Treeguy Hamish to the rescue

    Die erste wirklich aufregende Sache ist die mit den Bäumen. Im letzten Jahr hatten wir bereits einmal den Fall, dass ein Baum in die Stromleitung gekippt ist und uns damit vom Stromnetz abknippste. Damit das nicht nochmal passiert, läßt man einen Profi ran, der alle Äste absäbelt, die zu nah an der Stromleitung sind.

    Hamish

    Unser Treeguy ist Hamish. Der ist ungefähr so hoch wie ich, mutig und supercool. Einen ganzen Tag verbringt er in diversen Baumkronen und an unterschiedlichsten Baumstämmen, um sie von Unrat zu befreien. Das alles ist so fesselnd und packend, dass Rico den ganzen Tag nur fasziniert am zugucken und staunen ist.

    Im Gebüsch bereitet sich Hamish vor.
    Hoch hinaus. Der Baum muss weg, weil sich der Baumstamm gespaltet hat und Harz austritt. Offenkundig ist das nicht gut.

    So ein Treeguy durchbricht aber nicht nur die Annäherungsversuche von Bäumen in Richtung Stromleitungen, sondern erledigt direkt noch andere Baum-relevante Tätigkeiten. Zum einen befreit er Bäume von abgestorbenen Ästen, was zu wesentlich mehr Licht und Sicht führt. Zum anderen fällt er ganze Bäume, weil die faktisch eine Gefahr darstellen. Gefahr in dem Sinne, dass sie enormes Umfallpotenzial haben. Und das will man ja nun auch nicht.

    Da hing er. Von der Cabin aus konnte man Hamish durchs Fenster beobachten.



    Die Erle an der Ecke

    Direkt in der Kurve unserer Einfahrt steht eine riesige Erle. Die ist sehr sehr schön und ebenso leblos. Die Erle an sich ist bei Treeguys übrigens ein sehr unbeliebter Baum. Er lässt sich offenbar nicht so recht unter die Rinde gucken.

    Unser Exemplar weist vier riesige Äste auf, von denen nach Einschätzung von Hamish maximal einer wirklich noch stabil genug ist, um daran in die Baumkrone zu gelangen. Der Rest ist – man erahnt es an dem fehlenden Blattwerk – nicht mehr an aktiver Fotosynthese interessiert.

    Die Erle in ihrem Zustand, bevor Evan sich auf die Äste wagt.
    Da hängt er und gibt dem Ding den Rest.

    Da Hamish und sein Kollege Evan Herausforderungen lieben, nehmen sie sich an einem Tag diesen Riesen vor. Stück für Stück zerstückelt Evan also den Baum von oben nach unten und gibt die Einzelteile der Schwerkraft anheim. Am Ende steht und hängt alles auf bzw. an einem Ast. Der wird dann allerdings vom Boden aus gefällt.

    Evan in Action.
    Fast fertig. Nur noch der eine Ast war intakt und besteigbar. Der wird nun als letzter gefällt.

    Feuerholz

    Die noch brauchbaren – also noch nicht komplett verrotteten – Komponenten schneiden Hamish und Evan in gleichmäßige Stücke. Feuerholz. Zwar ist Erle nicht unbedingt das beste Feuerholz, aber dafür ist das hier kostenlos. Und was will man mehr.

    Im Vergleich zur Erle gibt es übrigens eine Unzahl an Holzarten, die wesentlich besser als Feuerholz geeignet sind. Ein gutes Feuerholz sollte eine hohe Dichte, niedrigen Wassergehalt und einen guten Brennwert haben. Erle hat das alles nur so mittelmässig. Gute bis sehr gute Holzarten sind dahingehend Buche, Eiche, Esche, Ahorn, Kirschbaum oder Birke.

    Der Rest der Erle wird zu gleichmäßigen Holzblöcken verarbeitet.



    Ofen – Eric auf dem Dach

    Apropos Feuerholz. Damit man Selbiges auch sinnvoll nutzen kann, braucht es natürlich einen Ofen. Und so einen Ofen haben wir bereits im letzten Jahr erworben, noch bevor die erste Wand der Cabin stand.

    Vermont Castings Resolute

    Damals war uns bei Facebook Marketplace der Resolute aus dem Jahr 1979 aufgefallen. Wir haben uns das gute Stück angeschaut, haben uns darin verliebt und es schließlich mithilfe des ehemaligen Eigentümers auf unser Grundstück und in unseren Workshop geschleppt.

    Wenn man sich das gute Stück einmal etwas genauer anschaut, dann versteht man möglicherweise, warum wir uns darin umgehend verliebt haben. Es ist ein komplett aus Gußeisen bestehender Ofen in Schwarz mit einer wunderschönen Verzierung auf der Rückseite und einer ebenso schönen Front. Noch heute kann man Ersatzteile dafür erwerben, unter anderem einen Glaseinsatz für die Tür.

    Auf der Rückseite des Vermont Resolute prangt diese wunderschöne Landschaft von vermutlich Vermont.
    Die Eisenteile hinter dem gefächerten Fenster lassen sich durch Glaselemente austauschen. So hat man auch das Feuer immer im Blick.



    Stolpersteine bei der Installation

    Unsere ehemalige Nachbarin und sehr gute Freundin Bobbie Jo hat uns Cadam für die Installation des Ofens empfohlen. Und da Bobbie Jo ihre Leute kennt, wissen wir, dass sind gute Leute. Und so dauert es nicht lang, bis Eric das erste Mal in Begeisterungsstürme ausbricht, als er den Ofen aus dem Jahr 1979 sieht. Er habe noch nie einen so gut erhaltenen und so gut gepflegten Resolute gesehen. Da haben wir also keinen Scheiß gekauft, würd ich sagen.

    Bei der ersten Inspektion stellt er dann zwei kleine Hürden fest. Zum einen fehlt dem Ofen ein Hitzeschild und zum anderen die Zulassung für Kanada.

    Hitzeschild

    Ein Hitzeschild ist vorgeschrieben, weil das Ding eben komplett aus Gußeisen besteht und somit in alle Richtungen Wärme abgibt. Entsprechend muss neben den ohnehin vorgeschriebenen 48 Zoll Abstand rundherum eben auch ein Hitzeschutz nach unten gewährleistet werden. Dafür gibt es aber mehrere Optionen.

    Entweder stellt Cadam ein individuell unter den Ofen passendes Schild her und schraubt es an. Oder man verlegt unter den Fliesen, auf denen der Ofen stehen wird, noch eine Schicht feuerfeste Hitzedingsbumbsplatten. Wir entscheiden uns für eine Kombination aus beidem. Sollte nämlich der Ofen doch irgendwann den Geist aufgeben, haben wir für einen potenziellen neuen bereits den sicheren Untergrund geschaffen.

    Zertifikat

    Etwas schwieriger oder besser gesagt aufwendiger in der Klärung gestaltet sich die fehlende Zulassung für den Gebrauch des Ofens in Kanada. Das Gerät ist zwar für die USA zertifiziert, aber nicht explizit für Kanada. Einige Versicherungen haben da sehr strenge Vorschriften.

    Also klären wir in zahlreichen Telefonaten und mit viel Hin und Her ab, was denn die Voraussetzungen für unsere Versicherung in Bezug auf die Installation eines solchen Ofens sind. Zum Glück stellt sich heraus, dass hier die fachgerechte und Code-konforme Installation durch einen zertifizierten Installateur ausreicht.

    Eric vom Dach

    Und so dauert es wiederum nicht viel länger, bis uns Eric aufs Dach steigt, selbiges erst kaputtmacht, um einen Schornstein zu installieren, und anschließend wieder fachgerecht verschließt. Und so steht nun ein Ofen in unserer Cabin. Cool, wah!

    Diese schwarze Kiste umhüllt den Ausgang vom Schornstein.
    Auf dem Foto oben sind noch keine Fliesen und entsprechend noch kein Hitzeschild installiert. Das folgt, sobald wir den Fußboden verlegen. Erst dann wird der Ofen final abgenommen und darf angefeuert werden.



    Wandverkleidung

    Das waren schonmal zwei ziemlich aufregende Sachen. Aber aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei. Von daher verwundert es vermutlich nicht, dass es weitergeht. Und zwar beim Innenausbau. Und das mit der Wandverkleidung. WHAATT??? Schon? Ja!

    Ein gebrochener Arm

    In unserer Cabin verkleiden wir die Wände nun mit Schierling-Holz. Ursprünglich sollte ja die Wandverkleidung aus Douglasienholz sein. Die wird nämlich in einer Holzmühle knapp 20 Kilometer entfernt von hier in handliche Holzplanken verarbeitet. Allerdings hat sich der Betreiber besagter Holzmühle den Arm verletzt oder gar gebrochen – man fragt da ja nicht so genau nach, wenn einer den Arm in der Schlinge hat – und musste den Betrieb zeitweise stillegen. Verdammt!

    Also machen wir uns auf die Suche nach einem anderen Lieferanten für Wand- und Bodenverkleidung aus Echtholz. Fest steht, wir wollen Echtholz. Kein Vinyl, kein Laminat, Echtholz! Und da uns besagter Invalide seinen ehemaligen Arbeitegeber empfiehlt, schauen wir uns den doch mal an.

    Lois Lumber

    Lois Lumber ist eine etwas weiter von uns entfernte Holzmühle. Ehrlich gesagt ist sie näher an der Fähre als an Lund, aber was solls. Am Ende liefern die uns das Zeug ja. Zwar ist die Customer Experience bei Lois Lumber nicht umwerfend, aber das Produkt schon. Wir entscheiden uns für Schierling als Wandverkeidung und für Ahorn als Fußboden. Wir geben die notwendigen Maße an, die Kundenberaterin berechnet die notwendige Menge und schwuppdiwupp ist die Bestellung aufgegeben. Und das Holz nach nur vier Tagen da.

    Zwei Paletten mit Echtholz.
    So sieht Schierling aus, wenn er in Planken verarbeitet wurde.



    Die erste Planke

    Wie schon bei der Wärmedämmung und der Dampfsperre beginnen wir auch bei der Wandverkleidung in der Küche. Zum Glück kommt das Holz von Lois Lumber in unterschiedlichen Längen. Der Großteil der Planken ist 16 Fuß, aber es gibt auch einige mit nur 8 oder 6 Fuß. Zum Glück, denn so kommen wir mit relativ wenig Verschnitt aus.

    Die erste Planke ist am 2. Juli gegen 7 Uhr abends an die Wand getackert. Unter Zuhilfenahme von Wasserwaage, Laser und pneumatischem Tackerdingeling dauert es dann auch nicht lang, bis die Wand bis zur Unterseite vom Fenster fertig ist.

    Zauberei und Kompressorluft bewirken wahre Wunder bei der Wandverkleidung.

    Chewbacca beim Zahnarzt

    Das Aufwendigste beim Verlegen der Wand- und Deckenverkleidung sind die Ausschnitte für Steckdosen, Lichtschalter oder anderen Boxen wie Lichter oder Rauchmelder. Die zeichnen wir zunächst einmal fachgerecht an sägen sie dann mit Ricos neuem Lieblingstool aus dem Holz aus.

    Diese Multitool heißt auch Osziliersäge. Im Einsatz klingt es furchterregend und erinnert sehr stark an Chewbacca aus Star Wars, wenn er beim Zahnarzt an den Stuhl gefesselt wäre und eine umfangreiche Wurzelbehandlung ohne Betäubung bekäme.
    Die Position der Elemente auf dem Brett markieren.
    Den Umriss der auszusägenden Elemente detailliert auf das Holz übertragen.
    Mit dem Multitool das entsprechende Loch ins Brett sägen.

    Der Vorgang der Installation an sich ist nicht so kompliziert, wie man sich vielleicht denkt. Er ist nur zeitaufwendig. Die einzelnen Holzplanken sind mit Nut und Feder versehen und werden einfach – hahaha – ineinander gesteckt. Anschließend wird die Planke am oberen Ende mit Nägeln aus der Nagelpistole fixiert.

    Bretter werden ineinander gesteckt und mit Nägeln fixiert.
    Irgendwie ist es ziemlich befriedigend, wenn so ein Brett dann passgenau um die Steckdose angebracht wird.

    Und so geht es jeden Tag ein bisschen weiter. Küche, Wohnbereich, Schlafzimmer und Lofts sowie die gesamte Decke müssen mit den Holzplanken verkleidet werden. Und anschließend geschliffen und gestrichen werden.



    Weiß getünchte Wände

    Das Holz bleibt nicht naturfarben, sondern wird einer kleinen Prozedur unterzogen. Nach vielem Hin und Her und einigen Testbrettern haben wir uns schließlich dafür entschieden, die Wände und Decken weiss zu tünschen.

    Dazu nehmen wir einen Teil weiße Farbe und vermengen den mit zehn Teilen Wasser. Das klingt erst einmal viel, ergibt aber am Ende genau den Look, den wir haben wollen. Man sieht auf Anhieb nicht, dass es gestrichen ist. Das weiß getünchte Holz sieht einfach aus wie ein helles Holz. Im direkten Vergleich mit einer nicht gestrichenen Partie ist es aber mehr als deutlich erkennbar.

    Das Endprodukt

    Anfang August verlassen wir die Cabin wieder und fahren zurück nach Vancouver. Besuch kommt! Bis zu unserer Abfahrt schaffen wir es aber tatsächlich, alle Wände im Erdgeschoss, beide Lofts und die Decken bis auf drei oder vier Planken zu verschalen. Langsam kann man hier wirklich einziehen.

    Hier noch ein paar Eindrücke aus der Bauphase

    Das Haupthaus, wie ich so gern sage.
    Das Loft ist auf meiner Seite bereits komplett verschalt und als Office eingerichtet.
    In den Schrägen des Treppenaufgangs haben wir LED-Streifen als Beleuchtung gesetzt.



    Und auch die Deckenwände selbst werden jeweils mit einem LED-Strefne durchzogen.
    Diese Streifen bieten ausreichend Licht und können gedimmt werden.
    Der Blick aus dem Loft.
    Die dienstältere Spürnase hat sich ihrer Meinung nach eine Pause verdient und krönt das Ambiente im zukünftigen Schlafzimmer.

    Tatzen am Tatort

    Und warum soll man bei drei aufregenden Sachen Halt machen, wenn doch noch so viel mehr geht. In diesem Zusammenhang wird ganz nebenbei übrigens auch die am häufigsten gefragte Frage beantwortet. Die Frage nach den Bären.

    Fakt ist, wir leben hier in Bear-Country. Dass hier bei uns kein Bär zugegen ist, ist sehr unwahrscheinlich. Bis anhin haben wir aber noch keinen gesehen. Lediglich die Überreste sind uns begegnet. So zum Beispiel direkt vor der Erle, die am selben Tag gefällt wurde. Nein, da besteht kein Zusammenhang!



    Die Spürnasenbrigade

    Während unseres langen Aufenthalts war jedoch für Sicherheit gesorgt. Zwei Einsatzkräfte der Powell River Spürnasenbrigade (PoRiSpüb) wurden uns von Sabine netterweise für den Zeitraum zur Verfügung gestellt. Und die waren im Dauereinsatz.

    Dieses Bild ist eine Frechheit und stellt keineswegs den Normalzustand der Einsatzkräfte dar. Vielmehr wurde oft auch im Außenbereich – ähnlich – observiert.

    Knurrkommissarin Peanut

    Der dienstälteren Einsatzkraft liegt vor allem die Überwachung von Eichhörnchen, Vögeln und Menschen, die Dinge essen, im Blut. Gerade bei Letzterem wendet sie eine sehr gewitzte Observationstechnik an. Man merkt kaum, dass man beobachtet wird.

    Der Ginster wird bei dieser Überwachungsaktion gerade von einer Puschelschwanzratte, auch Eichhörnchen genannt, heimgesucht.
    Geschickte Überwachung. Ich sehe nur Käse und Schinken. Ihr?

    Schwanzsergeant Pumpkin

    Sie ist noch relativ neu im Dienst, was man an ihrer tollpatschigen, aber sehr zugänglichen Art erkennt. Stille Observation ist nicht so ihr Ding. Direkter Körperkontakt und Blicke zum Dahinschmelzen sind ihre Geheimwaffen.

    Das neueste Modell ist solarbetrieben und innerhalb von 1 Stunde zu etwa 1 Prozent aufgeladen.
    Unsere manchabendliche TV-Stunde war stets von einer Fachkraft bewacht. Dies steuert zum Sicherheitsgefühl bei.

    Einsatzkräfte im Dienst

    Auch wenn es den Anschein macht, dass die Bellbeamten dem Ruf ihrer menschlichen Pendants gerecht werden – schlafen den ganzen Tag – so sind sie doch auch eine verlässliche Alarmanlage.

    So werden zum Beispiel unsichtbare, aber auch wirklich existierende Eindringlinge mit eindrücklichem Interesse begutachtet. So zum Beispiel auch unser Treeguy Hamish oder Ofeninstallateur Eric.

    Schwanzsergeant Pumpklin (links) und Knurrkommisarin Peanut im Einsatz. Hier sind sie bei einer streng geheimen Bewachung von Treeguyy Hamish zu beobachten.

    Dabei übernimmt meist die ranghöhere Knurrkommissarin die Führung und gibt den Ton an. Sergeant Pumpkin folgt dann meist. Allerdings gab es eine Begebenheit, wo es umgedreht war.



    Tatzenalarm

    Das Peanut ab und an die Haare aufstellt, weil sich ein Blatt im Wind falsch herum bewegt, haben wir bald bemerkt. Doch wenn sich die Nackenhaare der kleinen Nachwuchspolizistin aufstellen, dann ist Achtung angesagt. Also schnappen wir uns die beiden und bringen sie in die Cabin.

    Den Schwarzbären hatte Pumpkin vor der Grossen entdeckt. Beziehungsweise gewittert. Allerdings nehmen sich beide nichts in ihrer Mischung aus Empörung, Begeisterung und Spieltrieb, als die Bärin – ich vermute es ist eine Bärin, weil es in den letzten Jahren wohl auch immer eine Bärin war – knapp 60 Meter von der Cabin entfernt den Berg hinaufstapft, uns vollkommen ignoriert und den Berg weiter hinaufklettert.

    Ab diesem Abend wird es an jedem weiteren Abend kurze Spürnaseneinsätze dieser Art geben, mit empörendem Schnaufen, ekstatischem Knurren und stellenweise auch alarmierendem Bellen. Eine weitere Sichtung bleibt zwar aus, aber wir fühlen uns sicher.

    Dieses Video stellt ungefähr zehn Prozent der Mischung aus Empörung, Begeisterung und Spieltrieb dar.

    Nach sechs Wochen fahren wir nun zurück nach Vancouver. Und ganz ehrlich: Wir können es beide nicht erwarten, wieder hierher zurück zu kehren. Irgendwie kann man sich an diesen Lifestyle am Ende von Highway 101 gewöhnen.

    Cabin Playlist

    Musik ist Gefühl. Musik birgt Erinnerungen. Während des Baus unserer Cabin and der Upper Sunshine Coast lief diese Playlist hoch und runter.
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  • Dampfsperre – Cabin-Innenausbau

    Dampfsperre – Cabin-Innenausbau

    Aufbau einer Außenwand

    Die Dampfsperre ist der nächste Halt beim Innenausbau unserer Cabin an der Upper Sunshine Coast. Doch bevor ich kurz erkläre, warum wieso und weshalb man so ein Ding braucht, sollten wir uns mal anschauen, wie so eine Außenwand bei unserer Cabin aufgebaut ist.

    Ganz grob gesagt, besteht eine Außenwand aus folgenden »Schichten«. Die Reihenfolge entspricht der Schichtfolge von innen nach außen:

    • Innenverkleidung
    • Dampfsperre
    • Rahmenwerk mit Wärmedämmung
    • Gebäudehülle – Tyvek
    • Außenverkleidung



    Innenverkleidung

    Eine Wandverkleidung im Inneren der Cabin ist die sichtbare Schicht. Diese Verkleidung hat zu allererst ästhetische Funktion und bestimmt ganz klar das Erscheinungsbild der Cabin. Darüber hinaus kann sie auch praktische Funktionen erfüllen. Sie kann dazu dienen, Unvollkommenheiten in der Wandstruktur zu kaschieren oder vor Beschädigungen zu schützen.

    Wie man sehen kann, verkleiden wir unsere Wände mit Echtholz.

    Dampfsperre

    Die Dampfsperre ist jene Schicht, die das Eindringen von Wasserdampf in die Wände, Decken und Böden verhindert. Sie fungiert als Barriere, die den Wasserdampf daran hindert, in die Bauteile einzudringen und mögliche Feuchtigkeitsschäden zu verursachen. Die Dampfsperre wird auf der warmen Seite der Wärmedämmung angebracht, also auf der Innenseite des Gebäudes.

    Das Schlafzimmer, komplett eingepackt in Plastikfolie.

    Rahmenwerk und Wärmedämmung

    Das Rahmenwerk bildet die tragende Struktur, die unsere Cabin stabilisiert und unterstützt. Es besteht aus Holzbalken und bildet das „Skelett“ der Cabin. Das Rahmenwerk trägt und verteilt die Lasten des Gebäudes, einschließlich des Eigengewichts, der darin befindlichen Menschen und Gegenstände sowie der externen Belastungen wie Wind und Schnee.

    Die Wärmedämmung ist die Schicht, mit der die Wärmeübertragung zwischen dem Inneren und dem Äußeren der Cabin reduziert wird. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Energieeffizienz und dem Komfort der Cabin. Sie wird in den Hohlräumen des Rahmenwerks angebracht, um den Wärmeverlust im Winter zu minimieren und die Wärmeaufnahme im Sommer zu begrenzen.

    Das Wohnzimmer mit Dämmwolle in den Wänden. Streng genommen bräuchten wir die im Bild rechte Wand nicht dämmen, da es eine Innenwand ist. Da sie aber das Bad abgrenzt, gibt es Sinn, zwecks Schallisolierung.

    Gebäudehülle – Tyvek

    Tyvek ist der Markenname für eine synthetische, hochdichte Polyethylen-Faser. Tyvek wird oft als wasserabweisende, dampfdurchlässige Membran verwendet, die als luft- und wasserdichte Schicht in Gebäudehüllen dient. Sie bietet eine wirksame Barriere gegen das Eindringen von Wasser und ermöglicht gleichzeitig eine kontrollierte Diffusion von Wasserdampf aus dem Gebäudeinneren nach außen. Somit trägt Tyvek dazu bei, Feuchtigkeitsschäden durch Kondensation und undichte Stellen zu minimieren.

    Die Cabin mit vollständig angebrachter Tyvek-Membran.

    Außenverkleidung

    Die Außenwandverkleidung ist die äußere Schicht, die das Rahmenwerk der Cabin bedeckt. Sie dient ästhetischen und funktionalen Zwecken. Die Verkleidung schützt das Gebäude vor den Elementen wie Regen, Wind und Sonne und trägt dazu bei, die Wärmedämmung und Energieeffizienz zu verbessern. Sie ist eine wichtige Schicht, die zur Langlebigkeit der Cabin beiträgt und ihr den charakteristischen Stil und Charme verleihen wird.



    Funktion der Dampfsperre

    Eine Dampfsperre hat die wichtige Funktion, das Eindringen von Wasserdampf in die Bauteile einer Gebäudehülle zu verhindern. Sie agiert als Barriere und blockiert den Wasserdampf, der sich in einem Gebäude aufgrund von alltäglichen Aktivitäten wie Kochen, Duschen, Atmen usw. bildet.

    Die Dampfsperre wird auf der warmen Seite der Wärmedämmung angebracht. In unserem Fall also auf der Innenseite der Außenwände. So verhindern wir, dass der Wasserdampf durch die Wände oder Decken in die kalte Struktur gelangt, wo er abkühlen und Kondensation verursachen könnte. Das ist wichtig, weil Kondensation zu Feuchtigkeitsproblemen führen kann, wie z. B. Schimmelbildung oder Fäulnis, was zum einen die Struktur der Cabin beeinträchtigen und zum anderen unsere Gesundheit gefährden könnte.

    Der erste Bereich, den wir mit Dampfsperre versehen haben, war die Küche. Man sieht, wie das rote Klebeband allfällige Nähte und Übergänge abdichtet.

    Die Dampfsperre trägt zur Verbesserung der Energieeffizienz der Cabin bei. Sie hilft dabei, den Wärmeverlust zu minimieren und trägt so eben auch zur Reduzierung der Heiz-/Holzkosten bei. Natürlich muss so eine Dampfsperre sorgfältig installiert werden, um sicherzustellen, dass alle Nähte und Anschlüsse abgedichtet sind und keine undichten Stellen vorhanden sind.

    Man kann getrost sagen, dass die Dampfsperre eine entscheidende Rolle beim Schutz der Cabin und unserer Gesundheit spielt. Sie ist eine unverzichtbare Komponente der Gebäudehülle und hilft dabei, ein gesundes, komfortables und energieeffizientes Wohnklima zu schaffen.

    Dampfsperre installieren

    Nun, wie installierst man so eine Dampfsperre? Es ist eigentlich ziemlich einfach, aber man muss ein bisschen vorsichtig sein. Und man sollte das richtige Werkzeug haben.

    Werkzeug

    Sparsam wie wir manchmal sind, haben wir uns zu Beginn für die manuelle Version eines Tackers entschieden. Eine Damfsperre wird faktisch an die Wand getackert. Das kann man mit einem konventionelle Bürotacker machen – nicht empfohlen – , einem professionellen Handtacker oder einem mit Druckluft betriebenen Tacker.

    Das handbetriebene Modell

    Die ersten Bahnen habe wir mit dem professionellen Handtacker verarbeitet, was von vielen Flüchen und krummen Tackern begleitet wurde. Dann haben wir uns dazu entschloßen, einen Drucklufttacker zu kaufen. Der kostet schlappe 50 Dollar und ist ein echter Gamechanger.

    Das mit Druckluft betriebene Modell



    Dampfsperre auswählen

    Dampfsperren werden in der Regel als Rollen oder Bahnen verkauft. Diese Rollen oder Bahnen sind in verschiedenen Breiten und Längen erhältlich, um den unterschiedlichen Anforderungen von Bauprojekten gerecht zu werden.

    Bei der Auswahl einer Dampfsperre ist es wichtig, auf die Spezifikationen und Eigenschaften des jeweiligen Produkts zu achten, um sicherzustellen, dass es den Anforderungen des Bauprojekts entspricht. Dazu gehören die Wasserdampfdurchlässigkeit, die Reißfestigkeit, die Brandbeständigkeit und andere wichtige Merkmale.

    Eine Rolle Dampfsperre vor dem Fenster im Schlafzimmer. Blick auf die Terrasse.

    Da die Dampfsperre ein wesentlicher Bestandteil der Gebäudeisolierung ist, haben wir die Auswahl einem Baufachgeschäft überlassen. Die Mitarbeitenden dort kennen unsere Gesamtkonstruktion, da wir bei ihnen bisher sämtliches Baumaterial gekauft haben.

    Vorgehen

    Damit die Dampfsperre korrekt jede Ecke und Kante bedeckt, ohne Lücken zu hinterlassen, messen wir die zu bedeckende Fläche vorab aus. Dann rechnen wir je knapp einen Fuß in der Länge dazu, damit man auf jeden Fall eine Überlappung hat und auf gar keinen Fall zu kurz ist, und die Bahn entsprechend geschnitten.

    Die Überlappung ist wichtig, damit die Dampfsperre an den Stellen, wo Wand auf Fensterrahmen, Decke oder Boden trifft, leicht überlappt und fixiert bzw. verklebt werden kann.

    Die Dampfsperre muss an den Fensterkanten verklebt werden und ist daher an diesen Stellen etwas länger.
    Hier sieht man die verklebten Steckdosen und auch die längeren Bahnen zur Decke hin.

    In passende Bahnen geschnitten wird die riesige Folie auf das Rahmenwerk gespannt und auf den einzelnen Balken fixiert. Das Fixieren erfolgt mittels besagter Tackernadeln. Das ganze wird an Wänden und Decke vorgenommen und am Ende sieht es aus, als wäre an für ein blutiges Gemetzel vorbereitet.

    Schlafzimmerwand
    Schlafzimmerwand mit fertig eingepackter Außenwand. Hier wird bald das Bett stehen.
    Die Decke der Cabin ist komplett eingepackt. Es war ein Kraftakt, hat sich aber absolut gelohnt.



    Was wir gelernt haben

    Erfahrung macht klug. Nachdem wir in unserer kompletten Cabin die Wände mit Dampfsperre versehen haben, sind wir definitiv reicher an Erfahrungen Drei wichtige Punkte:

    Tacker

    Von Anfgang an auf einen druckluftbetriebenen Tacker setzen und nicht mit dem Handtacker arbeiten. Der automatische Tacker ist sehr viel präziser und zudem sehr viel einfacher zu handhaben.

    Wir haben uns für die PT50 Oil-Free Pneumatic Staple Gun von Arrow entschieden.

    Decke spannen

    Kopfüber zu arbeiten ist immer eine Herausforderung. Das Hantieren mit einer 12 mal 8 Fuß großen Plastikfolie stellt da keine Ausnahme dar. Es ist daher ratsam, die Bespannung zeitgleich mit der Wärmedämmung vorzunehmen.

    Man sieht sehr gut die eine noch offene Seite der Decke mit den Raftern und Leerräumen dazwischen. Dort wird die Wärmedämmung eingebracht und mit der Dampfsperre verschlossen.

    So wie wir bei der Wärmedämmung auch immer von Balken zu Balken vorgegangen sind, haben wir es auch mit der Dampfsperre gehalten. Die Folie an einem Balken befestigt, die Dämmwolle eingebracht und dann direkt mit der Folie überspannt.

    Abkleben

    Eine Dampfsperre ist nur dann effektiv, wenn sie dicht ist. Es ist wichtig, dass die Dampfsperre sorgfältig installiert ist und alle Nähte und Anschlüsse abgedichtet sind und keine undichten Stellen vorhanden sind.

    Sämtliche offenen Stellen müssen mit extra dafür vorgesehenem Klebeband verschlossen werden. Da wird am Anfang mit dem Handtacker gearbeitet haben, sehen manche Stellen wie ein Flickenteppich aus.

    Das fertig folierte Badezimmer. Sie roten Flecken sind Stellen, an denen der Handtacker Löcher in die Folie gerissen hat.

    Steckdosen etc. in Außenwänden

    Alle Steckdosen in Außenwänden müssen mit einem Dichtungsrahmen versehen sein. Sie werden verwendet, um die Lücken zwischen der Steckdose und der Wand zu füllen und so zu verhindern, dass Feuchtigkeit, Staub oder Zugluft in den Hohlraum gelangen. Entsprechend muss die Dampfsperre bei diesen Steckdosen mit Klebeband fixiert werden.

    TuckTape wird zum Abkleben verwendet.

    Das wars auch schon wieder für heute und zum Thema Dampfsperre. Damit sind wir beim Innenausbau unsere Cabin an der Upper Sunshine Coast einen Schritt weiter gekommen. Als nächstes kommt tatsächlich schon die Wandverkleidung dran. Davon aber demnächst mehr.

    Cabin Playlist

    Musik ist Gefühl. Musik birgt Erinnerungen. Während des Baus unserer Cabin and der Upper Sunshine Coast lief diese Playlist hoch und runter.
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  • Wärmedämmung und was dazugehört

    Wärmedämmung und was dazugehört

    Wärmedämmung – Die Möglichkeiten

    Es wird Zeit, sich um die Wärmedämmung unserer Cabin zu kümmern und damit den ersten Schritt beim Innenausbau. Denn: Es ist Sommer in Lund, und Wärmedämmung hilft nicht nur, wenn es draußen bitterkalt ist, sondern auch, wenn es bulligwarm ist.

    Auf der Suche nach einer effektiven Methode zur Wärmedämmung haben wir uns natürlich belesen! Und ich darf sagen, die Welt der Isolationsmaterialien ist überraschend vielfältig. Statt jetzt aber alle nur denkbaren Dämmaterialien aufzulisten, werfe ich einen Blick auf die drei heißesten (oder eher kühlsten?) Optionen, um unsere Cabin angenehm warm zu halten.



    Steinwolle

    Erster Halt auf unserer Dämmstoff-Weltreise: Mineralwolle! Genauer gesagt: Steinwolle. Die sieht so flauschig und einladend aus, dass man unter Umständen versucht sein könnte, sie als Kissenfüllung zu verwenden. Aber Achtung! Steinwolle ist zwar super weich, aber sie ist definitiv kein kuscheliges Schlafutensil – glaubt mir!

    Steinwolle ist ein wahres Multitalent in Sachen Wärmedämmung. Sie besteht aus kleinen Fasern, die aus Gesteinen wie Basalt hergestellt werden. Die so entstehende Wolle hat eine geringe Wärmeleitfähigkeit, was bedeutet, dass sie die Wärme effektiv einschließt und das Eindringen von Kälte verhindert. Und als ob das nicht genug wäre, hat Steinwolle auch noch schalldämpfende Eigenschaften. Perfekt, gerade für die Wand zum Badezimmer – hüstel.

    Beim Umgang mit Steinwolle sind Schutzmaßnahmen zu treffen. Die feinen Fasern können Hautirritationen und Atemwegsreizungen verursachen. Daher sind Schutzkleidung wie Handschuhe, eine Atemschutzmaske und langärmlige Kleidung ein Muss.



    Styropor

    Styropor ist der Chuck Norris unter den Dämmstoffen: robust, vielseitig und in der Lage, eine Hitzeschlacht zu gewinnen. Es ist leicht zu handhaben und lässt sich in jede noch so verwinkelte Ecke der Cabin zwängen. Und das Beste daran? Es kostet nicht die Welt!

    Styropor ist ein echtes Multitalent und eigentlich eine großartige Wahl für die Wärmedämmung. Es ist federleicht, bildet aber eine Barriere gegen Wärmeverlust und hält die Kälte draußen. Und Styropor hat auch schalldämmende Wirkung. Es lässt sich problemlos in verschiedene Formen und Größen schneiden und lässt sich perfekt an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

    Styropor besteht allerdings aus winzigen Kügelchen, die Fasern freisetzen, wenn sie zerbröseln oder zerschlagen werden. Einatmen nicht empfohlen. Styropor ist außerdem ein brennbares Material. Beim Umgang mit Werkzeugen, die allenfalls Funken erzeugen könnten, ist also Vorsicht geboten. Zudem ist Styropor nicht biologisch abbaubar, was beim Entsorgen und Recyclen Aufwand bedeutet.



    Glaswolle

    Last, but not least, werfen wir einen Blick auf die Königin aller Wärmedämmstoffe: Glaswolle! Dieses glasfaserverstärkte Wundermaterial ist so vielseitig wie ein Schweizer Taschenmesser.

    Glaswolle fängt Wärme ein und speichert sie. Der Trick liegt in der Struktur der Glasfasern: Die sind porös und haben viele winzige Lufteinschlüsse, die Wärme daran hindern, schnell durch die Glaswolle zu entweichen. Es entsteht eine Art Barriere, die die Wärme hält und gleichzeitig verhindert, dass kalte Luft von außen eindringt. Glaswolle ist aber auch ein Meister der Schalldämmung. Sie bildet eine undurchdringliche Barriere gegen Lärm.

    Besagte winzige Glasfasern sind es aber auch, die bei unsachgemäßem Umgang Hautreizungen und Atemwegsprobleme verursachen können. Bei der Verwendung von Glaswolle als Wärmedämmmaterial sind daher langärmlige Kleidung, Schutzhandschuhe, eine Schutzbrille und eine Atemschutzmaske Pflicht. So verhindert man, dass die feinen Glasfasern mit Haut, Augen oder Atemwegen in Kontakt kommen. Der Arbeitsbereich muss gut belüften sein, damit mögliche Fasern schnell abgeführt werden, und nach dem Einbau der Glaswolle muss der Arbeitsbereich gründlich gereinigt werden.

    Zum Schneiden von Glaswolle sollte man spezielles Werkzeuge verwenden wie eine isolierte Schere oder eine Stichsäge mit einem Staubsaugeranschluss.



    Unsere Wahl zur Wärmedämmung – Steinwolle

    Wenn doch aber Glaswolle ein Schweizer Taschenmesser und Styropor Chuck Norris ist, wieso nutzt ihr zur Wärmedämmung dann Steinwolle? Tja, für uns stellt Steinwolle die einfach beste Option dar. Hier spielen vor allem zwei Punkte eine entscheidende Rolle, die oben noch nicht genannt wurden.



    Hervorragende Wärmedämmung

    Wie der Name schon verrät, besteht eine der Hauptaufgaben von Wärmedämmung darin, Wärmeübertragung zu reduzieren. Steinwolle weist eine hervorragende Wärmedämmung auf. Die poröse, mineralische Struktur der Steinwollfasern ermöglicht es, Luft einzuschließen und somit den Wärmefluss zu verlangsamen. Dadurch kann im Winter die Wärme im Inneren gehalten werden und im Sommer bleibt die Hitze draußen. Steinwolle trägt somit zur Reduzierung des Energieverbrauchs für Heizung und Kühlung bei.



    Schallschutz

    Neben der Wärmedämmung bietet Steinwolle auch ausgezeichnete Schallschutzeigenschaften. Die dichte und poröse Struktur absorbiert Schallwellen effektiv und reduziert so die Übertragung von Geräuschen effektiv. Dies ist besonders wichtig, um ein ruhiges und angenehmes Wohnklima zu schaffen.



    Brandschutz

    Ein weiterer großer Vorteil von Steinwolle ist ihr ausgezeichneter Brandschutz. Sie schmilzt nicht, brennt nicht und trägt somit zur Sicherheit der Cabin bei. Im Falle eines Brandes hemmt sie die Ausbreitung von Flammen und verhindert, dass sich das Feuer schnell durch das Gebäude ausbreitet.



    Feuchtigkeitsbeständigkeit

    Feuchtigkeit kann zu Schimmelbildung, strukturellen Schäden und einer Verringerung der Dämmleistung führen. Steinwolle ist weniger anfällig für Feuchtigkeitsaufnahme als einige andere Isoliermaterialien. Sie behält ihre Dämmleistung auch in feuchten Umgebungen bei und minimiert somit das Risiko von Schimmelwachstum und Schäden.



    Umweltfreundlichkeit

    Steinwolle wird aus natürlich vorkommenden Materialien wie Basalt oder Diabas hergestellt. Sie benötigt weniger Energie für die Herstellung im Vergleich zu einigen anderen Isoliermaterialien und hat eine geringere Umweltbelastung. Darüber hinaus können viele Steinwollprodukte recycelt werden, was zu einer Reduzierung der Abfallmenge und einer nachhaltigen Nutzung der Ressourcen beiträgt.



    Kurz gesagt, Steinwolle vereint erstklassige Wärmedämmung, exzellente Schalldämmung und Brandschutz sowie Umweltverträglichkeit in einem. Sie ist wie der Superheld unter den Dämmstoffen – stark, zuverlässig und vielseitig einsetzbar. Wir haben uns daher für Steinwolle als Material zur Wärmedämmung entschieden.

    Wärmedämmung – Unsere Erfahrungen mit Steinwolle

    Jetzt aber zu unseren Erfahrungen mit Steinwolle als Material zur Wärmedämmung. Während Rico bei 25 Grad Celsius auf dem Dach der Cabin mittels Unterhitze gegart wird, habe ich mich für die Umluftvariante in der Cabin entschieden. An sich ist das eine gute Idee, aber wie oben beschrieben bringt die mir gestellte Aufgabe bestimmte Schutzmaßnahmen mit sich: Atemmaske und langarmige Schutzkleidung.



    Die richtige Wahl der Steinwollematten

    Steinwolle kommt in großen Matten unterschiedlicher Größe daher. Beim Bau der Außenwände hat man mehrere Möglichkeiten für die Dicke der Wände (2×4, 2×6, 2×10 etc.) und den Abstand der Stützbalken zueinander (16 oder 24 Zoll). Steinwollematten sind in entsprechenden Formaten verfügbar.

    Wir haben für die Außenwände unserer Cabin 2×6-Balken verwendet und die in einem Abstand von 24 Zollzueinander gebaut. Daher verwenden wir Dämmmatten, die genau diesen Maßen entsprechen. Auf dem Bild oben seht ihr das auf dem mittleren Paket gut.



    R-Wert – Exkurs

    Auch sieht man da die Angabe R22. Das ist der R-Wert. Der R-Wert ist eine Maßeinheit, die den Widerstand eines Dämmmaterials gegen die Wärmeübertragung angibt. Er gibt an, wie gut ein Material Wärme speichern kann. Je höher der R-Wert, desto besser ist die Wärmedämmung.

    Um den R-Wert zu berechnen, wird die Dicke des Dämmmaterials durch seine Wärmeleitfähigkeit dividiert. Die Dicke wird in Metern gemessen, während die Wärmeleitfähigkeit in Watt pro Meter Kelvin (W/mK) angegeben wird. Die Formel zur Berechnung des R-Werts lautet:

    R-Wert = Dicke des Dämmmaterials (in Metern) / Wärmeleitfähigkeit des Dämmmaterials (in W/mK)

    Der R-Wert ist eine anerkannte und gebräuchliche Kennzahl, um die Wärmedämmfähigkeit eines Materials zu bewerten. Er wird von Experten und Baustandards verwendet, um die Effizienz von Dämmmaterialien zu vergleichen und die Wärmedämmleistung von Gebäuden zu bewerten. In diesem Sinne kann der R-Wert als zuverlässiger Wert betrachtet werden, um einen allgemeinen Überblick über die Wärmedämmfähigkeit eines Materials zu erhalten.

    Allerdings hat der R-Wert einige Einschränkungen. Er berücksichtigt beispielsweise nicht den Einfluss von Faktoren wie Luftbewegung oder Feuchtigkeit auf die Wärmedämmung. Darüber hinaus kann der R-Wert allein keine genaue Einschätzung der Gesamt-Wärmedämmleistung eines Gebäudes geben, da auch andere Faktoren wie Bauteilkonstruktion, Lücken oder Wärmebrücken berücksichtigt werden müssen.



    Außenwände isolieren

    Theoretisch passen die Dämmmatten exakt für die von uns gewählte Bauweise. Allerdings befinden sich in so einem Balkenzwischenraum mittlerweile diverse Dinge: Boxen für Steckdosen, Lichtschalter und Co zum Beispiel. Auch sind aus Gründen an manchen Stellen die Abstände nicht genau 24 Zoll, sondern etwas kleiner oder breiter. Die Steinwollematten müssen also zurechtgeschnitten werden.



    Um die Dämmmatten in die richtige Form zu bringen, nimmt man ein großes Brotmesser und schneidet Stullenscheiben ab. Manchmal dick, manchmal dünn, niemals gerade. Das Steinwollematten-Stullenscheiben-Schneiden gleicht in punkto Akkuratesse dem Ofenfrisches-warmes-Brot-Stullenscheiben-Schneiden. Kurz: Es ist ein nervenaufreibendes Gemetzel.





    Dachschrägen isolieren

    In den für British Columbia geltenden allgemeinen Bauvorschriften werden Anforderungen für Lufträume zwischen der Dachisolierung und der Dachbedeckung festgelegt. Das bedeutet, dass wischen der Oberkante der Steinwollematten und der Unterseite der Dachbeplankung ein Mindestluftspalt von 25 mm (1 Zoll) erforderlich ist. Dieser Belüftungsraum hilft dabei, den eventuell von innen nach außen dringenden Wasserdampf nach oben hin abzuführen. So beugen wir unter anderem Kondensationsproblemen vor. Zudem sorgen wir so für eine ausgewogene Temperatur an der Dachoberfläche und reduzieren das Risiko von Eisstau.

    Um für unsere Dachdicke die korrekte und dem Code entsprechende Dämmung einzubringen, müssen wir zwei Ebenen Dämmmaterial aufeinanderschichten. Zum einen eine R22-Matte und zusätzlich eine R14-Matte. Die Matten in Summe ergeben den für unsere Anforderungen notwendigen Isolierwert und erlauben auch den vorgeschriebenen Belüftungsraum.

    Allerdings ist das Einbringen von Matten aus Steinwolle überkopf kein Zuckerschlecken. Einerseits sorgt die Schwerkraft dafür, dass die Matten regelmäßig ihren angestammten Platz wieder verlassen. Andererseits verlieren die Dämmmatten enorm an Stabilität, sobald man sie berührt oder – wie oben erwähnt – in Form schneidet. Hinzu kommt die Höhe, in der das alles geschieht und damit die Notwendigkeit, erneut die Gerüste zum Einsatz zu bringen. Das alles steigert die Spannung und den Juckreiz enorm, führt aber am Ende zu einem tipptopp gedämmten Dach.

    Endergebnis

    Sobald die Matten in den Wänden und zwischen den Dachbalken sind, bekommen die Räume eine vollkommen andere Wirkung. Wir erhalten erstmals ein wirkliches Gefühl für den Raum und die eigentliche Größe. Und sind erneut begeistert.



    Lohnt sich Wärmedämmung mit Steinwolle?

    Der ganze Aufwand und die Juckerei haben sich für uns definitiv gelohnt. Zum einen hat sich die Temperatur im Inneren der Cabin massiv reguliert. Obwohl Draußen die Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius schwanken, bleibt die Temperatur im Inneren der Cabin relativ konstant. Dazu tragen natürlich auch die gut isolierten und beschichteten Fenster bei.

    Zum anderen ist der schalldämmende Effekt wirklich beeindruckend. Zwar ist der Testfall mit der Toilette noch nicht möglich, aber Gespräche über Raumgrenzen hinweg sind doch erheblich unverständlicher geworden.

    Jetzt geht es beim Innenausbau mit der nächsten Schicht weiter: der Dampfsperre. Die ist auf einem der Bilder sogar schon zu sehen. Demnächst gibt es mehr dazu.

    Cabin Playlist

    Musik ist Gefühl. Musik birgt Erinnerungen. Während des Baus unserer Cabin and der Upper Sunshine Coast lief diese Playlist hoch und runter.
    So finden wir jederzeit zurück zu den Momenten voller Herausforderung, Freude und Zufriedenheit.

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