Autor: Rico

  • Die Hornby-Crew

    Die Hornby-Crew

    7 Männer, allein auf der Insel

    Es gibt einen sehr exklusiven Club. Dieser Club ist sogar sagenhaft exklusiv, und die Mitgliedschaft wird auf Lebenszeit ausgerufen oder bis man einmal am jährlichen Crewmeeting nicht teilnehmen kann. Die Mitglieder sind sieben ausgewachsene Männer, die sich einmal im Jahr zu einem verlängerten Wochenende in einer Blockhütte auf Hornby Island treffen. Seit diesem Jahr bin ich eines dieser ausgewachsenen Mitglieder der Hornby-Crew. Was für eine Ehre. Aber, wie kam es dazu ?

    Naja. Mein Chef ist Gründer des Clubs, Schwiegersohn der Blockhausbesitzer und zudem mein bester Freund hier. Als ich also eingeladen wurde, dem Club beizutreten, konnte ich einfach nicht nein sagen. Die Rahmenbedingungen Insel, Meer, Blockhütte, kein Internet, eventuell etwas alkoholische Getränke und Ruhe überzeugen eben.

    Der Mitgliedsbeitrag besteht aus einem Beitrag zum Vorrat an Lebensmitteln und der Zubereitung eines Mittag- oder Abendessens für die gesamte Crew. Die Mitgliedschaft endet, sobald man in einem Jahr nicht am Jahrestreffen teilnehmen kann. In diesem Fall kommt man wieder auf die Warteliste. Alles sehr sehr sehr streng!

    Anreise

    Um nach Hornby Island zu gelangen, muss man früh aufstehen. Denn wenn man früh aufsteht – wir sprechen hier von 4.30 Uhr, also genau meine Zeit – bekommt man die erste Fähre nach Vancouver Island und hat genügend Zeit, um die zweite Fähre nach Denman Island zu erhaschen, die dann auch zeitlich so getaktet ist, dass man die dritte Fähre nach Hornby Island entspannt erreicht. Steht man später auf, verzögert sich das ganze Vorhaben erheblich, da die Fähren nicht vollständig aufeinander abgestimmt sind.

    Die Hornby-Crew ist aber kompetent und beinhaltet Familienväter, für die 5.00 Uhr Abfahrt schon Ausschlafen bedeutet. Wir fahren mit zwei Autos und erwischen wie geplant die Fähre um 6.15 Uhr von Horseshoe Bay nach Nanaimo, wo wir einen Einkaufswagen mit allen Notwendigkeiten für die geplanten vier Tage füllen. Die Kosten werden am Ende gleichmässig auf alle Crewmitglieder verteilt. Fair enough!

    Relax, relax, relax

    Was man hier so macht? Nichts! Und das ist das Wunderbare. Man redet, man liest, man kocht und isst, man trinkt und lacht und man sauniert und entspannt. Alles in allem perfekt, um abzuschalten und die Batterien aufzutanken.

    Das Anwesen auf Hornby Island liegt direkt am Strand und ist atemberaubend. Ein grosses Haupthaus mit Küche und Wohnbereich, ein kleineres Schlafhaus mit Etagenbetten und eine Sauna mit Holzofen.

    Zu den kulinarischen Hochgenüssen zählten frische Eggs Benedigt, eine deliziöse Zwiebelsuppe, ein auf der Zunge zergehender Braten mit Yorkshire Pudding und zarte BBQ Rips mit Coleslaw.

    Jeden Morgen wurde einer mit dem Anheizen der kleinen Holzsauna beauftragt und war auch dafür verantwortlich, das Feuer am Brennen zu halten.

    Ich schaffe es, ein ganzes Buch zu lesen, döse in einer der vielen Ruhemöglichkeiten vor mich hin oder wir wandern ein bisschen auf der Insel rum. Einen Abend setzen wir ein Lagerfeuer am Strand in Brand. Herrlich bei 5 Grad! Und das ist es dann auch schon. Am Montag räumen wir alles auf und es geht zurück nach Vancouver. Ganz ehrlich: Ich freu mich schon auf das nächste Jahrestreffen.

  • Life-Life-Balance

    Life-Life-Balance

    Nachdem die wichtigen Dinge nun erledigt sind, kann ich mich ganz der Freizeit widmen. Ich mache die ersten Runden mit dem Rad quer durch Vancouver und Burnaby (der Nachbarstadt, in der ich derzeit noch wohne).

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  • Tag 3 und 4: Umgebung, Wohnung, Fortbewegung

    Tag 3 und 4: Umgebung, Wohnung, Fortbewegung

    Am zweiten Tag ist wieder «Vancouver Wetter» und ich beschließe, meinen Jetlag zu pflegen – sprich ich schlafe mich aus. Somit gibt es darüber nicht viel zu erzählen. Aber der dritte Tag hat es in sich.

    Der dritte Tag beginnt dann mit einem ausführlichen Frühstück. Bei bestem Sonnenschein mache ich mich auf den Weg in die Stadt. Heute will ich in den Stanley Park. Dieses schöne Fleckchen Erde schließt sich direkt an Downtown Vancouver an und ist gut zu Fuß erreichbar. Leider bin ich noch immer etwas fußlahm und schaffe nicht die ganze Runde. Stattdessen pausiere ich auf einer Parkbank und genieße die herrliche Aussicht.

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  • Tag 1–Die Lage checken

    Tag 1–Die Lage checken

    Nach einer guten Mütze voll Schlaf mache ich mich an meinem ersten Tag auf den Weg zum Frühstück. Von meiner Unterkunft aus sind es knapp 15 Minuten bis Metropolis – einer großen Mall. Dank Internet finde ich recht schnell raus, dass es dort einen Tim Hortons gibt – DAS kanadische Fastfood Restaurant. Hier frühstücke ich erst mal ordentlich – also ordentlich nach kanadischen Maßstäben, nicht meinen. Zwinkerndes Smiley

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  • Wehmut und Vorfreude: Abschied und Ankunft

    Wehmut und Vorfreude: Abschied und Ankunft

    Am 11.04.2018 ist es nun endlich soweit: mein Flug von Leipzig, via Frankfurt nach Vancouver startet. Die vielen Vorbereitungen des Umzugs, Abschlüsse und Übergaben von Dingen die in Deutschland bleiben und die Verabschiedungen von Kollegen, Freunden und Familie haben bisher keine Wehmut oder Zweifel geweckt. Es war irgendwie nie der Moment, der uns an den Plänen zweifeln ließ.

    Nun ist er da, der Tag des Abschieds. Der Tag des Zurücklassens. Der Tag der Tränen. Auf den Flughafen begleiten mich meine Eltern und unsere besten Freunde. Wir machen noch ein paar letzte Fotos mit dem vielen Gepäck und mir. Ich gebe meine beiden Gepäckstücke ab: 25kg und 24kg. Das sind zwar drei Kilo zu viel, aber die freundliche Dame von Lufthansa lässt das mal durchgehen.

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  • Der ideale Ort zum Leben – Worauf achten?
  • Fazit
  • Auswanderung ist in erster Linie ein Thema der Planung und der Recherche. Hals über Kopf sollte man das nicht angehen, und das haben wir auch nicht vor. Wir wollen ja schließlich kein Solarium auf Mallorca eröffnen, weil dort alle hinkommen, um sich zu sonnen … und außerdem: I don’t speak spanish!

    Finanzielle Sicherheit

    Geldreserven bilden

    Als Erstes müssen wir dafür sorgen, dass wir in der neuen Heimat finanziell über die Runden kommen. Der Plan zur Auswanderung ist ja nicht ganz neu. Daher haben wir schon vor Jahren begonnen, Geld beiseitezulegen. Das Ziel: »Ein Jahr ohne Einkommen überleben können«. Klar ist, dass wir damit allein keine großen Sprünge werden machen können, sondern vielmehr überleben, bis Jobs gefunden sind. Außerdem lebt es sich schon deutlich ruhiger, wenn man weiß, dass man noch ein paar Euro auf der Seite hat.

    Vorsorge planen

    Spannend ist auch, dass wir den Plan zur Auswanderung schon so lange hegen, dass wir zum Beispiel bei unserer privaten Altersvorsorge und unserer Krankenversicherung stets darauf geachtet haben, dass wir die »mitnehmen« können. Die Rentenbeiträge können weiter eingezahlt oder eine Zeit lang ausgesetzt werden. An solche Punkte sollte man schon früh denken. Es wäre ja schade, wenn einem das Angesparte dann bei der Auswanderung im Zielland nichts mehr bringt im Alter. Und man braucht natürlich einen zuverlässigen Bankberater, der so was auch nachhaltig beachtet. Den hatten wir definitiv!

    Einkommen sichern

    Überleben im ersten Jahr und Rente sind »gesichert«. Jetzt geht es an die Planung des laufenden Einkommens. Wollen wir uns wieder selbstständig machen oder diesmal doch in ein Angestelltenverhältnis wechseln? Wir erkundigen uns, was es heißt in Kanada selbstständig zu sein und entschieden: »Wir werden sehen!« Wichtig ist erst einmal, einen Job in Festanstellung zu finden, der uns etwas mehr als das dauerhafte Überleben sichert. Leider ist es von Deutschland aus ziemlich schwierig, einzuschätzen, wie hoch das Einkommen sein muss, um den Standard zu halten. Kanada ist an vielen Stellen deutlich teurer, aber die Einkommen sind auch höher. Vor allem im IT-Sektor – aus dem wir kommen – erlauben die Gehälter durchaus ein Leben und nicht nur ein Überleben. Ich bin mit meinem aktuellen Job hier ganz zufrieden und könnte das auch ruhig noch eine Weile machen. Tilo ist sich da nicht ganz sicher und würde gern nochmal was ganz anderes probieren.

    Möglichkeiten zur Auswanderung nach Kanada?

    Wer in Kanada leben und arbeiten möchte, muss geordnet ins Land einwandern. Dazu gibt es ein System, in dem man nach definierten Kriterien bewertet wird. Im Besten Fall wird man zur offiziellen Bewerbung eingeladen und darf seine Unterlagen einreichen. Am Ende steht dann der Permanent-Resident-Status. Bevor jetzt gleich manch einer sagt »Das sollten wir hier auch einführen und nicht einfach jeden ins Land lassen!«: Das ist in Deutschland genau so! Wir sind keine Flüchtlinge; wir müssen nicht um Leib und Leben fürchten oder damit rechnen, dass uns die Wohnung weggesprengt wird oder wir aus irgendwelchen Gründen verfolgt werden. Wir wollen geordnet in das Land einreisen. Und dafür gibt es faire Regeln für die Ein- und Auswanderung wie in Deutschland auch.

    Programme und Kategorien

    Was sind denn eigentlich die Möglichkeiten zur Auswanderung nach Kanada? Das Einfachste wäre natürlich, wenn einer von uns Kanadier wäre oder Verwandte dort hätte. Haben wir beide nicht. Demnach fällt der Weg des Familiennachzugs schon mal aus. Eine weitere Möglichkeit ist das Start-up-Visum, unter dem man Arbeitsplätze schafft und in die Wirtschaft investiert. Sicher eine schöne Idee, aber so groß ist der Sparstrumpf dann doch nicht.

    Für bestimmte Berufsgruppen (zum Beispiel Pflegekräfte) gibt es sogenannte «Provincial Nominee»-Einladungen. Dabei vergeben die einzelnen Provinzen (vergleichbar mit unseren Bundesländern) Ausschreibungen, in welchen Berufsfeldern gerade Arbeitskräfte gebraucht werden. Bewerber mit einem solchen Status haben es dann relativ leicht, die nötigen Punkte für die Einladung zu erreichen.

    Express-Entry-System

    Wir bewerben uns unter dem Express-Entry-System als Federal-Skilled-Worker. Die Bewerbung läuft im ersten Schritt online ab. Dazu gibt es eine Reihe von Gebieten auf denen man Punkte sammeln kann. Zum Beispiel bekommen junge Leute mehr Punkte als ältere, berufserfahrene Leute bekommen mehr als unerfahrene. Je höher der Schulabschluss, desto mehr Punkte bekommt man, und hat man in Kanada schon studiert oder gearbeitet, gibt es mehr Punkte. Verwandte in Kanada? Punkte. Je besser man im Sprachtest ist, desto mehr Punkte erhält man. Einen riesigen Punktevorsprung bekommt man auch, wenn man eine feste Jobzusage von einem künftigen Arbeitgeber hat.

    In Summe kann man 1200 Punkte erreichen – derzeit reichen aber knapp 450 Punkte, um in die zweite Runde zu kommen (Stand Juli 2017). Zweite Runde heißt, dass man gebeten wird, innerhalb von 90 Tagen seine Unterlagen einzureichen. Dabei wird dann geprüft, ob die ganzen Angaben stimmen und ob es zum Beispiel Einträge im polizeilichen Führungszeugnis gibt.

    Der ideale Ort zum Leben – Worauf achten?

    Wir machen es an einigen wenigen Kriterien fest.

    Fazit

    Wie man sieht, sind doch eine Reihe an Überlegungen in den Plan eingegangen. Zum Teil haben wir schon vor Jahren die richtigen Entscheidungen getroffen, um uns heute das Leben leichter zu machen. Ob die Vorbereitungen und Überlegungen für die Auswanderung nach Kanada ausreichend sind oder ob wir was Wichtiges übersehen haben? Das werden wir sehen!  Ein »Erfolg« wie ein Solarium auf Malle wird es aber sicher nicht.

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