
CABIN
DESIGN
LOVE
LIFE
2022 nehmen wir uns das Projekt vor, eigenhändig eine Cabin an der Upper Sunshine Coast in British Columbia, Kanada, zu bauen.
In dieser Chronik dokumentieren wir dieses Abenteuer für uns selbst und jeden den es interessiert.
British Columbia Day in Powell River
British Columbia Day 2021. Wir besuchen meine Arbeitskollegin Sabine in Powell River und fahren gemeinsam mit ihr zum Zimtschnecken essen nach Lund – am Ende von Highway 101. Was niemand erahnen konnte: Am Ende von Highway 101 liegt der Start zu einem Abenteuer.



Das Wetter is super, also schlendern wir in Powell River die Marine Avenue entlang.Aus Spass und Interesse schauen wir uns bei einem Immobilienbüro die Aushänge an. Apartments, Häuser und ein Grundstück ohne Bebauung in Lund, B.C.
Also wenn überhaupt, dann kommt nur das hier in Frage.
Doch wir suchen nicht aktiv. Daher speichern wir es unter »interesting« ab und farhen am nächsten Tag wieder nach Vancouver.
Remembrance Day in Powell River
Bei zuvor erwähntem »das hier« handelt es sich um eine bewaldete Fläche von knapp 5 Acres (knapp 2 Hektar) mit Blick auf Savary Island und die Berge von Vancouver Island. Wasser und Strom bereits verbunden. Und das alles zu einem Preis von unter CAD 400.000.
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Blick auf Meer und Berge
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Wasser und Strom
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Akzeptabler Preis
Als wir im November 2021 erneut bei Sabine zu Besuch sind und erneut beim Immobilienbüro vorbeikommen – in der Nähe ist ein sensationelles mexikanisches Restaurant –, sehen wir, dass das Grundstück noch immer verfügbar ist. Ein Zeichen? Mal sehen. Wir vereinbaren eine Besichtigung.
The Viewing in Lund
Steigt ’ne Frau mit nem Pitbull und drei Maenner bei Regen auf ’nen Berg … Was klingt wie der Anfang von einem schlechten Witz, ist in Wirklichkeit der eigentliche Startschuss zu unserem Abenteuer, denn heute besichtigen wir das Grundstück in Lund.




Es regnet. Die Auffahrt ist stellenweise eine einzige Dreckpfütze. Knapp 60 Höhenmeter schlängelt sie sich durch das Dickicht und gibt dann plötzlich den Blick frei auf ein Plateau. Blick auf die Berge von Vancouver Island und auf Savary Island. Beides können man nur erahnen, aber wir spüren, dass sie da sind. Und wir spüren, dass wir angekommen sind.
Angebot abgegeben
Wenn wir es nicht probieren, werden wir es nicht erfahren. Also reichen wir ein Angebot ein, dass unter dem Wunschpreis der Verkäufer liegt. Der Makler empfiehlt uns, direkt in die Vollen zu gehen. Aber das lehnen wir ab. Wenn das Grundstück seit 3 Monaten auf dem Markt ist und es bisher niemand Interesse hatte, dann bietet man nicht den vollen Preis, sondern bleibt drunter. Im Idealfall sogar unter dem eigenen Schmerzlevel. Gesagt getan.
Angebot angenommen
Sonntag 12.15 Uhr. Im A&W mampfen wir pappige Pommes und geben ein letztes Angebot ab – knapp 25.000 Dollar unter dem Wunschpreis der Verkäufer und auch unterhalb unserer Schmerzgrenze. Dann beginnt das warten.
Die Fähre von Saltery Bay (Powell River) nach Earls Cove braucht knapp eine Stunde. Kurz vor der Ankunft in Earls Cove erreicht uns die SMS vom Makler: Angebot angenommen!



Notar gefunden
Alle lief bis hierher erschreckend reibungslos. Doch nun stehe ich vor der Aufgabe, einen Notar zu finden, der die Vertragsabwicklung auf sich nimmt. Da es sich eigentlich um einen kleinen Kauf handelt, sollte das nicht so schwierig sein.
Notare sind jedoch offenkundig auf Jahre hinaus ausgebucht und eine so schnelle Bearbeitung – die Besitznahme ist binnen einem Monat geplant – ist sowieso vollkommen aussichtslos. Dennoch gelingt es mir, einen Notar in Vancouver zu finden, der uns helfen kann und will: Nicolas Lejeune
Probleme vor der Vertrags-
unterzeichnung
Nicolas Lejeune ist sehr gründlich und gewissenhaft, was man der Makleragentur leider nicht zuschreiben kann. Zahlreiche Informationen muss er aktiv in Powell River erfragen: Wurde das Abwasserrohr getrennt, wie im Vertrag vereinbart? Was ist mit der Auffahrt? Welche Versicherung haben die Verkäufer? Und so weiter.

Richtig problematisch wird es, als der Notar auf das laut Grundbucheintrag vorhandene »manufactured home« stößt. Das hat nämlich einen vermeintlichen Wert und wird im Vetrag nichtexplizit auf uns überschrieben. Viel Hin und Her später erhalten wir eine schriftliche Bestätigung der Verkaufspartei, dass uns der Trailer kostenfrei überlassen wird und keinerlei Ansprüche daran gestellt werden, sollten wir ihn abreissen (lassen).
Vertragsunterzeichnung beim Notar
Der Notar begrüsst uns in seinem Büro und beichtet uns, dass er nicht gedacht hatte, wie aufwendig sich diese kleine Aufgabe gestaltet hat. Auch wir sind geschockt aber am Ende sehr glücklich, als wir die Vertragsunterlagen seitenweise mit unseren Initialien bestätigen und schließlich unterzeichnen.
Inbesitznahme
Nach der Vertragsunterzeichnung dauert es immer etwas, bis die Papiere sortiert und sondiert sind. Doch am 14. Januar 2021 erhalten wir die Info: Herzlichen Glueckwunsch. Alles lief problemlos und im Grundbuch stehen nun wir.
Bestandsaufnahme und erste Abriss-
arbeiten

Seit einem Monat sind wir nun Grundbesitzer. Da wird es langsam mal Zeit, sich genau anzuschauen, womit wir es eigentlich zu tun haben. Mitte Februar 2021 fahren wir daher wieder nach Powell River, wo wir erneut bei Sabine schlafen duerfen. Unsere Tage verbringen wir jedoch im knapp 50 Kilometer entfernten Lund, wo wir erst einmal Bestand aufnehmen.

Trailerdach demontieren
Wir versuchen nun den Trailer irgendwie loszubekommen. Also stelen wir es kurzerhand bei Facebook marketplace ein. Zu verschenken. Das Teil ist allerdings so riesig, dass keiner der Interessenten eine Chance sieht, das Ding vom Grundstueck zu schaffen. Immerhin werden wir die Dachtrassen los. Zur Demontage selbiger reist eine urige Gemeinschaft an. Die packen an und haben die Dachtrassen – die wir nicht ganz verschenken, aber so gut wie – binnen weniger Stunden abgebaut.




Was bleibt, ist die generelle Problematik der Entorsung dieses Metallmonsters. Geschenkt haben will es offenbar niemand, was uns nicht sonderlich verwundert. Auch wenn es auf den Fotos eigentlich ganz heimelig wirkt, so ist es eben doch in die Jahre gekommen. Und man lebt nun einmal ungern im Dreck und in den Hinterlassenschaften von anderen. Also starten wir die Suche nach einem Unternehmen, dass uns den Trailer abreisst.




Bauunternehmen beauftragt
Wir finden ein Bauunternehmen aus der Region, dass bereit und zeitlich in der Lage ist, die von uns gewollten Aufgaben zu erledigen. Dave und sene Crew sind derzeit ohnehin dabei, bei John und Pat (Vorbesitzer und unsere neuen Nachbarn) einerseits die Einfahrt anbinden und andererseits am Septikfeld arbeite. Da John und Pat den Winter jedoch in Mexico verbringen, besteht da keine Eile. Also werden wir quasi dazwischen geschoben.
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Trailer und restlichen Anbau demontieren
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Bodenvorbereitung und Errichtung von Betonpfosten als Basis der Cabin
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Anschluss an Lund Water sicherstellen
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Dixi bereitstellen
Trailerabriss
Wir wandern bei strahlendem Sonnenschein durch Vancouver, und zur gleichen Zeit wird in Lund der Trailer abgerissen. Netterweise werden wir mit einer kleinen Fotodokumentation auf dem Laufenden gehalten.



Vorbereitung des Bauplatzes
Dort wo bis gerade noch der alte Trailer stand, soll bald unsere Cabin stehen. Doch bis es so weit ist, muss erst einmal der Untergrund vorbereitet werden. Das bedeutet, die Flaeche muss von Unrat befreit, begradigt und befestigt werden. Es muss zudem sichergestellt sein, dass der Boden die Last auch tragen kann. Und so kommt ein riesiger Bagger zum Einsatz, der das Geroell schichtweise abtragen soll und mit dem der Boden eingeebnet werden soll.



Let there be water?!
Heute begebe ich mich auf die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Wir wissen, wo wir an das Wassernetz von Lund angeschlossen sind, denn wir haben die Wasseruhr gefunden. Wir wissen, dass die Wasseruhr laeuft, wenn wir das Wasser aufdrehen. Und wir wissen, dass oben nix ankommt. Ergo, irgendwo zwischendrin ist ein Leck. Selbiges zu finden, ist heute meine Aufgabe.
Versuch eins startet von unten. Erfolglos. Versuch zwei startet von oben und am Wasserrohr, von dem wir denken, dass dort Wasser ankommen sollte. Ich folge dem Rohr so weit es geht. Dann endlich rauscht leises Plaetschern durch die Luft. Und siehe da, das Leck (wenn man DAS denn als Leck bezeichnen darf) ist gefunden. Die getrennten Enden werden kurzerhand wieder verbunden und siehe da: Wasser marsch!


Ofen
Auf Facebook Marketplace finden wir einen Holzofen, der genau nach unserem Geschmack ist. Original aus dem Jahr 1979. Wir fahren zum angegebenen Ort, um uns den Ofen anzuschauen und sind begeistert. Allerdings ist das Teil etwas zu schwer fuer unseren MINI. Also bietet uns der Verkaeufer an, ihn auf seinem Pickup zu uns zu bringen. Mega! P.S.: Ihm gehoert eine kleine Pizzeria in Lang Bay, bei der wir nun immer mal wieder schmackhafte Pizzen bestellen.



Wechsel des Bauplatzes
Der oben bereits genannte Bauplatz wurde seitens Bauunternehmer als nicht ausreichend sicher eingestuft. Mit anderen Worte: Wir haben ein Problem und zwei Optionen.
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Solange buddeln und baggern, bis wir auf Fels treffen. Niemand weiss, wie lange das dauern wird und wie tief wir buddeln muessen
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Wir suchen einen neuen Bauplatz
Warum genau, weiss ich selbst nicht, aber ich hatte noch am gestrigen Abend auf einem kleinen Felsen gestanden zwischen ein paar Baeumen und mir so gedacht: „Der Blick hier ist aber auch nett“. Und so schauen wir uns das einmal genauer an, messen, stecken ab und entscheiden uns. Wir bauen hier und nicht dort.


Preparing the new position for the cabin
Dann bauen wir also mit Blick auf die Berge und aufs Meer. Warum eigentlich nicht gleich so? Egal. Was jetzt ansteht, ist die Bereinigung des neuen Bauplatzes. Also kommt erneut der riesigie Bagger zum Einsatz und sammelt die festgewachsene Biomasse zusammen. Am Ende stehen wir vor einem blank geputzten Felsen, auf dem bereits die Pfosten markiert sind. Jetzt kann es wirklich losgehen.



Grundsteinlegung
Heute wird ernst gemacht, denn heute wird die exakte Position der Betonpfosten ausgemessen. Dabei kommen diverse Hilfsmittel zum Einsatz: Holzplanken, Schnur, Massband, Wasserwage. In jeder potenziellen Ecke wird eine Holzkonstruktion errichtet, von der aus dann Diagonalen gezogen werden. So wird sichergestellt, dass die ganze Angelegenheit auch im 90-Grad-Winkel passiert und nicht schief und krum wird.




Da wir von der ganzen Materie keine Ahnung haben und gerade das Fundament dann doch korrekt umgesetzt sein sollte, beauftragen wir Jim. Jim ist eigentlich schon in Rente, aber eben auch sehr gut in seinem Job und ein ausgezeichneter Workaholic. Mit Geduld und Fingerspitzengefuehl zieht er seine Linien und sorgt dafuer, dass alles seine Richtigkeit hat.


Am selben Tag wird auch die erste Ladung Baumaterial geliefert. Der erste Stresstest, den unsere Auffahrt mitmachen muss. Alles sehr aufregend!
Betonpfeiler
Wir wandern bei strahlendem Sonnenschein mit Bastian und Daniel, die uns aus Deutschland besuchen, durch Vancouver. Gleichzeitig wird in Lund gearbeitet. Die Betonpfosten werden errichtet und wir mit ein paar Bildern hier und da auf dem Laufenden gehalten


Basecamp einrichten
Es ist Mitte Mai. Wir sind endlich wieder in Lund und richten uns erst einmal ein. Das bedeutet, wir bauen unser Zelt im Workshop auf, richten eine kleine Koch- und eine Essecke ein. Und wir errichten ein Outdoor-Office. Das sieht alles ziemlich urig aus, weil es urig ist. Um aber bauen zu koennen, muessen wir nun einmal auch hier schlafen. Und irgendwie ist es auch herausfordernd, sich auf das Minimalste zu reduzieren.




Baubeginn – Supportbalken
Die Betonpfosten stehen, Bereiche für Freizeit und Unterkunft sind gesichert. Ab jetzt gibt es keine Ausreden mehr: Wir starten durch.
Als Erstes mit den Supportbalken, denn auf denen ruht die gesamte Cabin. Die dazu verwendeten Holzbalken messen 2 mal 12 Zoll und sind 16 Fuss lang. Je drei davon werden zusammengenagelt und auf den Betonpfosten befestigt. Aufrecht stehend, denn so sind sie am stabilsten.



Zum Einsatz kommt hier unter anderem die neu erstandene Kappsäge von Ryobi. Das ist die preiswerteste Variante an Werkzeug hier und wir folgen einer einfachen Logik: Wenn wir es oft genug benutzen und es dann kaputt geht, lohnt es sich, in etwas teureres zu investieren. Aber warum ein teures Werkzeug kaufen, wenn man gar nicht weiss, ob man es nutzen wird.

Ausserdem kommt eine Nagelpistole zum Einsatz.Da stellt sich eventuell die/der ein oder andere die Frage, wieso denn bitte Nägel und nicht Schrauben? Ganz einfach: So ein Nagel biegt sich eher als er bricht. Das Brechen ist den Schrauben schon geläufiger. Damit also Bewegungen der Konstruktion aufgenommen werden können ohne die Stabilität zu gefährden, verwendet man Nägel statt Schrauben.







