Anerkennung der Ausbildung–WES World Education Service

Ein wichtiger Bestandteil des Auswanderungsprozesses über das Express Entry Programm ist die Anerkennung des Studienabschlusses. Das ist unabhängig davon, ob man mit dem Wisch am Ende etwas anfangen will. Es geht hier nur um Punkte. Punkte für das Express Entry Programm um möglichst hoch im Ranking zu kommen und möglichst frühzeitig ausgewählt zu werden.

Zugegeben, das mit der Anerkennung des Studienabschlusses haben wir ein wenig unterschätzt. Bisher stellt das Prozedere die langwierigste, nervenaufreibendste und auch kostspieligste Komponente des Gesamtvorgangs dar. Schauen wir uns daher heute mal an, was dazugehört…

Schritt 1 Registrierung

Im Express Entry Programm gibt es Punkte für die Ausbildung. Diese Punkte werden aber anhand in Kanada gültiger Ausbildungsstufen und Abschlüsse vergeben. Im Umkehrschluss bedeutet das nicht anderes, als das man seinen deutschen Abschluss mit einem kanadischen Abschluss gleichsetzen muss. Da man das selbst nicht kann, gibt es Dienste und Institutionen die das erledigen. Natürlich gegen ein fürstliches Entgelt.

Wir haben unsere Ausbildung beim WES – World Education Services anerkennen lassen. Dazu muss man sich zunächst einmal auf der Seite vom WES registrieren. Natürlich mit Name, Wohnort, Geburtsjahr, Angabe der Ausbildung die man anerkannt haben will, Angabe des Instituts an dem man das erreicht hat und der Angabe der Empfänger die den Report am Ende bekommen sollen. Abgeschlossen wird diese Anmeldung mit der Überweisung der fälligen Bearbeitungsgebühr von knapp $250.

Schritt 2 Notwendige Dokumente

Wenn man sich durch den Anmeldevorgang gekämpft hat, muss man seine Dokumente zusammensammeln und an das WES senden. Abhängig vom Land und dem Studiengang den man absolviert hat, sind unterschiedliche Dokumente notwendig. Welche genau das sind, kriegt man auf der Seite des WES problemlos heraus. In meinem Fall müssen eingereicht werden:

  • Magisterurkunde / Examination Certificate
  • Zeugnis Abschlussprüfung
  • Zeugnis Zwischenprüfung
  • Academic Transcript

Das Academic Transcript ist ein offizielles Dokument des Instituts an dem man den Abschluss gemacht hat. Es listet alle besuchten Vorlesungen, Seminare, Proseminare und Übungen auf, dazu die Semesterwochenstunden und die Noten, sofern das zutrifft.

Problematisch wird das Ganze, wenn der absolvierte Studiengang ein Magister Studiengang war. Warum? Nun ja für Dinosaurier gibt es keine Ausbildungsnachweise – also gibt es auch für ausgestorbene Studiengänge keine Transcripts. Die gab es übrigens auch nie – also die Transcripts, nicht die Dinosaurier. Und ja – ich habe einen Magister Artium Abschluss. Also wurde es problematisch.
Für den mittlerweile fast zehn Jahre in der Vergangenheit liegenden Studiengang musste ich nun irgendwie die besuchten Vorlesungen, Seminare und Proseminare zusammensammeln. Auch die Scheine und Noten.
Herzlich Glückwunsch sage ich da. Zum Glück hebe ich ja allen möglichen Mist auf. So auch meine Aufzeichnungen aus der Uni. Also wurste ich mich durch die Aktenordner – Atemmasken sind empfohlen aufgrund der Staubentwicklung – und schreibe in eine Excel Liste den Namen der Veranstaltung, das Semester, die Stunden und die Note die ich bekommen habe. Dann auf damit ins Prüfungsamt zur Bestätigung. Am Ende bekommt dann Frau Conrad vom Prüfungsamt für Germanistik die ganze Chose, um es auf Uni-Briefkopf drucken und in einem Umschlag an das WES senden zu können. Ein Spaß für die gesamte Belegschaft!

Geschickt wird das Ganze an

World Education Services
Attention: Documentation Center
2 Carlton Street, Suite 1400
Toronto, Ontario M5B 1J3
Canada

Dokumente werden als lesbare Kopien eingereicht. Keinesfalls sollte man seine Originale senden, da diese nicht zurückgesandt werden.

Alle die oben genannten Dokumente sollten im Idealfall in englischer Sprache eingesandt werden. Sofern keine englischen Versionen existieren, muss man diese offiziell übersetzen lassen. Das kostet auch wieder Geld. Natürlich.

Schritt 3 Übersetzungen

Hat man die Schritte 1 und 2 überstanden, dann geht es um die Übersetzung der nicht-englisch-vorliegenden Dokumente. Wenn das Institute oder die Uni das direkt machen: BINGO. Dann können die ja auch direkt die Übersetzung in den oben genannten Umschlag bringen. Gut. Wenn es das Institut nicht macht, dann braucht man einen zertifizierten Übersetzer bzw. eine Übersetzungsagentur.

Bei den meisten Agenturen ist das abhängig von der Anzahl der zu übersetzenden Blätter und dauert bis zu 1 Woche Bearbeitungszeit. Langwierig – ich hatte es schon erwähnt oder?

Liegen die übersetzten Dokumente dann vor, werden die einfach an die oben genannte Adresse des WES nachgesandt. Wichtig ist dabei immer die Angabe der WES Reference No, die man nach Abschluss von Schritt 1 erhält. Diese Referenznummer muss auf allen Umschlägen und sämtlicher Korrespondenz aufgeführt werden.

Educational Credential Assessment (ECA)

Am Ende bekommt man einen Bericht, in dem steht: Ding Dong kann Bumm Bumm. Nur eben das Ding Dong Dein Name und Bumm Bumm dein kanadisches Abschluss-Äquivalent ist. Dieser Report ist das Educational Credential Assessment (ECA) und ist 5 Jahre gültig. Diese Papier braucht man, wenn man sich dann tatsächlich für die Auswanderung bewirbt (ITA) und die einzelnen Angaben nachweisen muss.

Das Express Entry Programm

Wie bereits in einigen anderen Beiträgen angedeutet, bewerben wir uns im Express Entry System für die kanadische Einwanderung. Heute möchte ich erklären, was das denn nun eigentlich bedeutet, welche Einwanderungsvarianten es unterstützt und unter welcher dieser Varianten wir uns bewerben.

Beim Express Entry handelt es sich um ein System, nach dem Kanada die Anfragen zu Einwanderungen verwaltet. Es ist keine eigenständige Kategorie, sondern so etwas wie ein Rahmen um die verschiedenen Kategorien nach denen man einwandern kann.  Es gibt drei Kategorien oder auch Programme unter denen man nach Kanada einwandern kann:

  • Federal Skilled Worker Program
  • Federal Skilled Trades Program
  • Canadian Express Class

Darüber hinaus gibt es auch noch in den Provinzen und Territorien eigenständige Programme unter denen gezielt Arbeitskräfte für bestimmte Berufsbereiche eingegliedert werden. Das wäre dann das Provincial Nominee Programm, welches ebenso über das Express Entry verwaltet wird.

Express Entry Formular

Mit dem Express Entry bewirbt man sich im Grunde genommen bei einem der genannten Programme / Kategorien. Die dafür notwendigen Kriterien werden in einem Formular aufgeführt. Dieses Formular prüft unter anderem:

  • demographische Fakten
  • Berufserfahrung
  • Sprachliche Fähigkeiten
  • Ausbildung

 

Das Express Entry Formular ist kostenlos und muss online erstellt werden. Sobald man ein Profil erstellt hat, bleiben 60 Tage Zeit um das Formular auszufüllen.

Auf Grundlage der angegebenen Informationen erhält man eine Bewertung in Form einer Punktzahl. Wie diese Bewertung ausfällt, hängt von dem Programm ab unter dem man sich bewirbt. In jedem Fall landet man mit seiner Bewertung in einem Kandidatenpool. Aus diesem Pool werden dann in regelmäßigen Abständen Kandidaten bestimmt, die sich für die permanente Aufenthaltsgenehmigung bewerben können. Und wie es mit Ranglisten so ist, wird der Pool von oben leer geräumt. Also Kandidaten mit dem höchsten Punktewert werden zur offiziellen Bewerbung zuerst eingeladen, dann die anderen in absteigender Reigenfolge.

Darüber hinaus werden die Kandidaten bei der Employment and Social Development Canada’s Job Bank angemeldet. Dadurch hat man die Möglichkeit sich auf dem Arbeitsmarkt schon einmal umzuschauen und mit potentiellen Arbeitgebern in Kontakt zu kommen. Die Jobsuche über die Job Bank kann man angehen, sobald man im Kandidatenpool enthalten ist.

Einladung zur Bewerbung (ITA)

Das Express Entry System besteht aus zwei Stufen. Zum einen das bereits genannte Formular und die damit einhergehende Bewertung und Auslosung der Kandidaten. Die Auslosung findet auf Grundlage des Comprehensive Ranking Systems statt. Wie bereits erwähnt werden Kandidaten mit höchsten Punkten zur Bewerbung zuerst eingeladen.

Sobald man ein ITA erhält, muss man die Originaldokumente einsenden, die man im Express Entry Formular zunächst nur angeben musste. Das bedeutet also Studiennachweise, Arbeitsnachweise, Testergebnisse oder auch Jobangebote, sofern vorhanden.

Der Bearbeitungsprozess soll dann maximal sechs Monate dauern bis eine finale Entscheidung getroffen wird.

Voraussetzungen im Federal Skilled Worker Programm

Das Express Entry Programm bietet also das digitale Tool um sich unter dem Federal Skilled Worker Programm zu bewerben. Soweit so gut. Verstanden.Aber was ist dieses FSWP? Schauen wir uns das mal an.

Skilled Worker erfüllen die folgenden minimalen Anforderungen. Ein Skilled Worker muss:

  • min 1 Jahr ununterbrochene Berufserfahrung in einem Angestelltenverhältnis
  • im selben Beruf
  • innerhalb der letzten zehn Jahren vorweisen

Das gilt für bestimmte Berufsbereiche und Berufe. Es gibt eine Liste von Skill Typen und Skill Levels in welchen die verschiedenen Berufszweige und Tätigkeiten eingegliedert sind. Man muss demnach in den letzten zehn  Jahren in einem der gültigen Berufe mindestens 1 Jahre durchweg angestellt gewesen sein. Dabei gelten 1560 Stunden als die zu erreichende Kennzahl.

Neben dem Nachweis der “Skills” muss die Sprachkompetenz nachgewiesen werden. Dazu dient der bereits beschriebene Sprachtest, beispielsweise in Form des IELTS Language Test.

Auch die Ausbildung spielt mit. Man benötigt entweder einen kanadischen Abschluss oder einen auswärtigen Abschluss, welcher durch eine entsürechende Stelle anerkannt wurde. Dazu gibt es ein Educational Credential Assessment (ECA), welches einen Abschluss mit einem kanadischen Abschluss abgleicht.

Geld spielt eine wichtige Rolle. Man muss nachweisen, dass man finanziell in der Lage ist sich und die Familie nach Ankunft in Kanada unterhalten zu können. Für 2 Personen in einer Familie sprechen wir da von einem geforderten Minimum von 15.000 CAD.

Das polizeiliche Führungszeugnis stellt sicher, dass man eine saubere Weste hat und nicht in die Kategorie “Crime” oder “Human Rights Violator” fällt. In beiden Fällen würde man nicht akzeptiert.

Mehr Infos

Express Entry

http://www.cic.gc.ca/english/resources/publications/express-entry-presentation-immigrants.asp

PDF: http://www.cic.gc.ca/english/pdf/pub/ee-presentation-en.pdf

Help Center: http://www.cic.gc.ca/english/helpcentre/results-by-topic.asp?top=29

Federal Skilled Worker Program

http://www.cic.gc.ca/EnGLIsh/immigrate/skilled/index.asp

Das Ranking System (CRS)

http://www.cic.gc.ca/english/express-entry/criteria-crs.asp

National Occupational Classification (NOC) – Skill Typen und Skill Level:

http://www.cic.gc.ca/english/immigrate/skilled/noc.asp

IELTS Sprachtest

Welcome to this weeks post. In this weeks post I want to share with you our experiences during the preparation for and the solving of the IELTS Language Test. Since we are about to apply for the Canadian permanent resident status, we need to complete an English Examination for immigration purposes. One of the accepted language tests is the IELTS: International English Language Testing System. To be more precise: the General Test. Another accepted language test would be the CELPIP: Canadian English Language Proficiency Index Program. Just for the purpose of completion, it is also possible to take a french language test at TEF: Test d’évaluation de français.

First things first. So let me start with some general information about the necessity of the the language test. The Language Test is one of the prerequisites for the Skilled Worker Program. The nature of this program will be examined in a later blog post. Today I want to focus on the language test. Before you even think about immigrating to another country you should consider your ability to communicate in the countries official language. To ensure this feature of a future Canadian, the immigration process starts with testing your language skills.

After you have decided for the language and the language test, you must apply for it. In the meantime you should prepare for it, someday actually take it and finally score it. In our case we can only share our experiences with IELTS. So if you are looking for any information about one of the other language tests, please refer to the rest of the internet.

Apply for it

The Application process for IELTS is pretty simple. IELTS Website provides you with three simple steps:

  1. Find your nearest IELTS test location
    With more than 1,100 IELTS test locations in over 140 countries, there is bound to be one near you. Find your nearest Centre.
  2. Register for the IELTS Test
    You can register and pay online or download an application form to print, complete and submit to your local test Centre. Don’t forget to provide a copy of your valid identity document.  You will also need to present the same identity document on the day of the test.
  3. Your IELTS test is booked
    Once your application has been processed, the Centre will send you a written confirmation of the date and time of your test. In our case a formal confirmation was send directly after the registration process and a more detailed email including date and time and place of the test were sent a week prior to the test.
    The Speaking and Writing tests typically take place on the same day.  If this is not possible, the tests will take place within seven days of each other.

Prepare for it

After you booked your test it is totally necessary to prepare for it. This test is no piece of cake! With a good preparation you can definitely raise your results to a higher level.

Future Learn offers a free online course Understanding IELTS: Techniques for English Language Tests. It takes six weeks and requires you to spend not more than 2 hours per week on it. It was developed by the British Council and will give you insights on the four parts of the IELTS Language Test and – even more important – will give you insights on the question formats. Soon you will find out that the bigger problem will be understanding the question, rather than finding the correct answer.

Another great tool for preparation are the free IELTS practice tests. I would recommend a combination of the two. First take the free online course from FutureLearn and a bit later in the process step into the IELTS Practice tests. The reason is pretty simple. If you start with one of the practice tests you will not understand it. You need a bit of a background, since the provided practice tests are a 100% copy of possible language test material. So this is what the question-booklet will look like and this is the kind of questions you will be asked. Mark my words, but do as you think.

Another great way to prepare for the test and generally improve your skills in another language, is to expose yourself to it. Best practices for exposing to another language? Read a newspaper in the language, or a book or even a comic. Listen to a radio program in the language or watch a foreign language movie. Or – and this is the best thing I guess – watch your most favorite series or show in another language. In the best case it is an episode you now ever line, so you already know what the episode is about but you get a feeling of the foreign language and may even learn some new words.

Take it

The IELTS test assesses your abilities in the four major language capabilities:  listening, reading, writing and speaking. All of this takes place in less than three hours. There are two types of the IELTS test:  IELTS Academic and IELTS General Training. Listening and Speaking are the same for both tests, but the subject matter of the Reading and Writing components differs depending on which test you take. As already stated earlier the immigration process requires the IELTS General Training.

In the Listening Test you listen to four recordings of native English speakers. These speakers can have different accents, which sometimes can be a challenge in itself. The Listening test lasts exactly 30 minutes. While listening to the recordings you must answer four sections with 10 questions per section. The questions are given to you in a booklet. While you are listening  you should take some notes or write your answers directly into the booklet. Mark correct answers – eliminate wrong answers. After 30 minutes of listening you are given 10 Minutes for transferring your answers to the answer sheet. Click here to find out more about the listening test.

In the General Trainings Reading Test you must answer 40 question, designed to test a wide range of reading skills. These include reading for gist, reading for main ideas, reading for detail, skimming, understanding logical argument and recognizing writers’ opinions, attitudes and purpose. For the General Training the Reading Test includes extracts from books, magazines, newspapers, notices, advertisements, company handbooks and guidelines. These are materials you are likely to encounter on a daily basis in an English-speaking environment. The Academic Test includes three long texts which range from the descriptive and factual to the discursive and analytical. These are taken from books, journals, magazines and newspapers.  They have been selected for a non-specialist audience but are appropriate for people entering university courses or seeking professional registration. Click here to find out more about the reading test.

The Writing Test differs in the General and the Academic Test as well. In the General Writing Test you have to produce two pieces of writing within 60 minutes. You will be presented with a specific situation and asked to write a letter to get some information, or explaining the situation. The letter may be personal, semi-formal or formal in style.  In the second task you will be asked to write an essay in response to a point of view, argument or problem. The essay can be fairly personal in style. The requested letter should have at least 150 words, the requested essay should come up to at least 250 words. Click here to find out more about the Writing Test.

The Speaking Test will check your use of spoken English within 15 minutes. Every test is recorded. The test consists of three parts:

  • Part 1 – the examiner will ask you general questions about yourself and a range of familiar topics, such as home, family, work, studies and interests. This part lasts between four and five minutes.
  • Part 2  – you will be given a card which asks you to talk about a particular topic. You will have one minute to prepare before speaking for up to two minutes. The examiner will then ask one or two questions on the same topic.
  • Part 3 – you will be asked further questions about the topic in Part 2. These will give you the opportunity to discuss more abstract ideas and issues. This part of the test lasts between four and five minutes.

Click here to find out more about the Speaking Test.

Score it

At the beginning of the IELTS TEST itself you will be given a Candidate Number. This Candidate ID will allow you access to your test results at this IELTS Website Section. Results are online from 18:00 on the 13th calendar day after the test. A Test Report Form will be sent to you by post on the same day. This Test Report Form is your gate to heaven, because it proves your skills in the respective capability. For each of the four categories you will be given a score.

In my case the scores where:

  • Listening: 8
  • Reading: 7.5
  • Writing: 6.5
  • Speaking: 8.0

This score now needs to be matched to the Canadian Language Benchmark (CLB), because this is the actual benchmark that counts. The score of your abilities will give you respective Points in the CLB. You can get a maximum of 24 Points. For the IELTS language Test for the first official language the current matching table looks like this:

Listening
Score

Reading
Score

Writing
Score

Speaking
Score

Points per Ability

6 – 7

6

6

6

4

7.5

6.5

6.5

6.5

5

8

7

7

7

6

8.5 – 9

8 – 9

7.5 – 9

7.5 – 9

6

Hence, my calculation would be:

 

IELTS

Points

Listening

8

6

Reading

7.5

6

Writing

6.5

5

Speaking

8

6

TOTAL

 

23

This means that I can bring in a total of 23 points to my Express Entry Form for Permanent Residence within the Federal Skilled Worker Program. I don’t think this is such a bad result.

Ich hab ein Haus, ein Äffchen und ein Pferd … zu verkaufen

Wenn man vorhat, sein Leben von einem Kontinent auf einen anderen Kontinent zu verlagern, dann gehen damit auch sachliche Umlagerungen einher. Diese wiederum resultieren in monetären Belastungen die man gut abwägen muss. Oder verständlicher formuliert: wenn man umzieht, nimm man keine offenen Mehltüten mit, sondern schmeißt die vorher weg. Ebenso ist es ratsam, keine nasse Wäsche in der Waschmaschine zu lagern, da dies den Tragevorgang der selbigen erheblich erschwert. Noch einfacher ist es natürlich, wenn man weder das offene Mehl, noch die potentiell gefüllte Waschmaschine mehr vorrätig hat.

Damit kommen wir also zum eigentlichen Punkt dieses Beitrags: Hausrat – oder auch häuslicher Unrat. In Anbetracht dessen, dass der Übersee-Transport von Dingen in einem gefüllten Containers aus witterungsbeständigem Stahl mit knapp 5.000 – 6.000 Euro zu Buche schlägt, mistet man aus. Dabei macht man unter anderem die Erfahrung, das Dinge im Grunde genommen nix mehr wert sind, sobald Sie einmal mit den eigenen Händen berührt wurden. Jedenfalls bekommt man manchmal die Vorstellung, wenn man sich die Bewertungen der einschlägigen Online-An-und Verkäufer anschaut.

Wer mich kennt, der kennt auch die Auswahl an mehr oder weniger literarischen Ergüssen die unsere Regale und Schränke füllen. Diese guten Stücke haben vor allem eins: Gewicht.  Entsprechend werden da viele Objekte notgedrungen den Besitzer wechseln. Gleiches gilt auch für Dekoration, Bekleidung, sowie DVDs und den mittlerweile vermutlich antiquierten VHS oder CDs. Aber wie stellt man das nun am Besten an?

Im Grunde genommen gibt es da meines Erachtens zwei Möglichkeiten:

  1. Flohmarkt
  2. Internet

Natürlich habe ich mich damit in letzter Zeit ein wenig intensiver mit beschäftigt und möchte das dabei erworbene halbe 3/4 Wissen gern mit euch teilen.  Also bitte schön:

Internet-Anbieter

Schauen wir doch zunächst einmal in den letzteren Bereich. Der ist ja recht überschaubar, da das Internet für jeden schnell zu fassen und auch unglaublich gut strukturiert ist. Nach einiger Recherche im Netz komme ich zu folgenden Ergebnissen bei der Bewertung verschiedener Verkaufs-Anbieter.

Anbieter Preise / Gebühren
AbeBooks
Nur für Gewerbliche Verkäufer und nicht für Privatanbieter.
Für eine monatliche Einstellgebühr, die von der Anzahl der online eingestellten Titel abhängig ist, werden Bücher weltweit auf den AbeBooks-Webseiten gelistet. Eine Aufstellung findet man hier.
Bei einem erfolgreichen Verkauf über AbeBooks fällt eine Provision in Höhe von 8% auf den Gesamtpreis eines bestellten Produktes (Buchpreis zzgl. Versandkosten inkl. der ggf. zusätzlich von Ihnen verlangten Versandkosten) an. Die Provision beträgt maximal (umgerechnet) 32 € pro Buch. Die Mindestprovision beträgt 0,40  €.
Unser externer Zahlungsdienstleister wickelt sämtliche Kreditkartenverkäufe per VisaCard, Euro-/MasterCard, American Express, Carte Bleue und JCB ab. Für die sichere Abwicklung dieser Zahlungen berechnen wir eine Abwicklungsgebühr von 3,5% (bei Verkäufen über AbeBooks.de, ZVAB.com, AbeBooks.fr, AbeBooks.it und IberLibro.com) bzw. 5,5% (bei Verkäufen über AbeBooks.com und AbeBooks.co.uk). Für Bestellungen über AbeBooks.co.uk und AbeBooks.com, die einen Gesamtwert von über 400 € haben, werden die ersten 400 € mit 5,5% berechnet und der darüber hinausgehende Restbetrag mit 3,5%. Die Mindestgebühr beträgt 0,80 €.Für Privatanbieter verweist AbeBooks auf Momox.de
Amazon Amazon zieht eine Verkaufsgebühr (Prozentsatz des Artikelpreises, je nach Kategorie unterschiedlich), eine variable Abschlussgebühr (nur beim Verkauf von Büchern, Musik, Videos, DVDs, Software und Videospielen) und eine Verkaufsgebühr von 0,99 EUR pro Artikel (ohne USt.) ab, wenn der Verkäufer im Verkaufstarif Einzelanbieter verkauft.

Wenn der Verkäufer im Verkaufstarif Professionell verkauft, fällt keine Verkaufsgebühr pro Artikel an. Stattdessen wird eine monatliche Gebühr von 39,00 EUR (ohne USt.) berechnet.

booklooker.de – der Flohmarkt für Bücher Hier gibt es zwei Varianten.
Bei Variante A bekommt man einen guten Preis, zahlt aber eine Verkaufsprovision. Nur bei einem erfolgreichen Verkauf wird eine Verkaufsprovision in Höhe von 6,9% (zzgl. MwSt) fällig. Beispiel: Bei einem Verkaufspreis von 10 EUR beträgt die Provision 0,69 EUR. Dazu kommen 19% Mwst. von 0,69 EUR, das ergibt eine Gesamtprovision von 0,82 EUR.Variante B ist analos zu Rebuy und momox. Man gibt den ISBN Code an und die Kollegen geben einen Buchwert aus. Gebühren gibt es hier keine.
Ebay Für 300 Angebote pro Monat fallen keine Angebotsgebühren an – unabhängig von Angebotsdauer oder Angebotsformat. Ausgenommen sind Angebote in folgenden Kategorien:

  • Fahrzeuge, Boote und Flugzeuge
  • Mobilfunkverträge
  • Inserate

Die Verkaufsprovision beträgt einheitlich 10 % des Verkaufspreises ohne Verpackung und Versand (max. 199,00 Euro).

Darüber hinaus kann man mit diversen Zusatzoptionen seine Beiträge pimpen.

EBay Kleinanzeigen Generell Kostenlos
Mit diversen Optionen kann man seine Beiträge aber hervorheben und prominenter machen.
momox.de Generell Kostenlos. Per Scan des ISBN Codes erhält man einen vorgeschlagenen Preis.
Man erhält ab einem Wert von 10€ einen kostenlosen Versandaufkleber zum Versenden der Ware.
Man sollte momox und rebuy immer vergleichen, da es zu stark abweichenden Bewertungen kommt.
Rebuy.de Generell Kostenlos. Per Scan des ISBN Codes erhält man einen vorgeschlagenen Preis.
Man erhält ab einem Wert von 10€ einen kostenlosen Versandaufkleber zum Versenden der Ware.
Man sollte momox und rebuy immer vergleichen, da es zu stark abweichenden Bewertungen kommt.
shpock Generell kostenlos.
Vorteil meines Erachtens hier, die regionale Bindung. Man kann direkt im Umkreis inserieren und spart damit Versandkosten.
ZVAB Nur für Gewerbliche Verkäufer und nicht für Privatanbieter

Flohmarkt

Wenn man sich in der Welt der Bits und Bytes nicht so gern und auch nicht so richtig gut zurecht findet und zusätzlich keine Sozialphobie an den Tag legt, dann ist der gute alte Flohmarkt eine wunderbare Variante um auch noch den größten Mist los zu werden.

In unserem wunderschönen Leipzig gibt es überraschend viele Flohmärkte. Ehe ich mich damit beschäftigt habe, hatte ich keine Ahnung was für eine verlauste Stadt das doch eigentlich ist. Ich habe auch hier einmal meine 4 Semester Journalistik angewandt und für Euch in der folgenden Übersicht die nächsten Leipziger Flohmärkte recherchiert und aufgearbeitet. Dazu gibt es auch die nächsten Termine und Preise. Bei einigen davon werden wir vermutlich sogar selbst auftreten.

Name Termine Kosten
AGRA Leipzig Flohmarkt Termine 2017
  • 29./30.07.2017
  • 26./27.08.2017
  • 23./24.09.2017
  • 28./29.10.2017
  • 02./03.12.2017
  • 29./30.12.2017
Min. 20€ für 2m Kleinstand
Max. 169€ für 10m in der Halle
Alte Messe Flohmarkt
  • 06.08.2017
  • 03.09.2017
  • 01.10.2017
  • 05.11.2017
18€ für 2m Kleinstand
73€ für 10m
Feinkost Flohmarkt
  • 02.09.2017
  • 07.10.2017
  • 04.11.2017
  • 02.12.2017
10€ für 1Meter (privat)
20€ für 3Meter (privat)
Ilses Erika Flohmarkt
  • 06.08.2017
  • 20.08.2017
5€. Keine Anmeldung
Leipzig Ost Flohmarkt
  • 05.08.2017
  • 02.09.2017
  • 07.10.207
Gebührenfrei
Pferderennbahn Scheibenholz
  • 19./20.08.2017
  • 07./08.10.2017
6€ je Meter/Tag Freifläche
28€ für 4×4 Meter Dach
Trödelmarkt am Kulki
  • 12./13.08.2017
  • 09./10.09.2017
  • 07./08.10.2017
Kleinstände bis 3 m : pro Tag = 20€
Stände bis 5m : pro Tag = 30€ , mit 1 Fahrzeug & 1 Standbetreiber
Stände bis 10m : 1 Tag = 50€ — 2 Tage = 80€ , mit 1 Fahrzeug & 1 StandbetreiberKeine Anmeldung. Ab 07:00 Uhr hingehen, bezahlen und aufbauen.

 

 

Die Vorbereitungen – Recherche

Auswandern ist in erster Linie ein Thema der Planung und der Recherche. Hals über Kopf ist da schon mal nicht und das haben wir auch nicht vor. Ich will ja schließlich kein Solarium auf Mallorca eröffnen, weil dort alle hinkommen um sich zu sonnen. … und außerdem: Spanisch kann ich auch nicht.

Ohne Moos nix los!

Als erstes müssen wir dafür sorgen, dass wir in der neuen Heimat ein Einkommen haben.  Wie schon geschrieben, ist der Plan der Auswanderung nicht ganz neu. Wir haben also schon vor Jahren angefangen, Geld beiseite zu legen. Das Ziel: “Ein Jahr ohne Einkommen überleben können”.  Das beinhaltet dann keine großen Sprünge, sondern reines Überleben. Außerdem lebt es sich schon deutlich ruhiger, wenn man weiß, dass man noch ein paar Euro auf der Seite hat.

Spannend ist auch, dass wir den Plan schon so lange hegen, so dass z.B. unsere private Altersvorsorge und Krankenversicherung auch schon so angelegt gewesen sind, dass wir die mitnehmen können. Die Rente kann weiter bespart oder einige Zeit ausgesetzt werden. Mit Riester-Rente wäre das schon mal nicht so gelaufen. Für alle Nachahmer: denkt beizeiten auch an solche Punkte, wäre ja schade, wenn einem das Angesparte nichts mehr bringt im Alter. Und man braucht natürlich einen zuverlässigen Bankberater, der so was auch nachhaltig beachtet. Den hatten wir definitiv!

Nachdem für das erste Jahr und die Rente “gesorgt” ist, geht es nun an die Planung des laufenden Einkommens. Wollen wir uns wieder selbstständig machen oder diesmal doch in einen “normalen” Job suchen? Nach einiger Recherche, was es heißt in Kanada selbstständig zu sein, haben wir uns entschieden: Wir werden sehen! Präferenz ist jetzt erst mal, einen Job in Festanstellung zu finden, der uns das Überleben sichert. Leider ist es ziemlich schwierig von hier aus einzuschätzen, wie hoch das Einkommen sein muss, um den Standard zu halten. Kanada ist an vielen Stellen deutlich teurer, aber die Einkommen sind auch höher. Als Angestellter in unserem Metier kann man jedoch davon ausgehen, dass man nicht am Hungertuch nagen muss. Das reicht uns ja schon.

Der Vorteil an der Selbstständigkeit ist natürlich die Flexibilität und die “freie Arbeitszeiteinteilung”. Wie das geht, haben wir hier schon gut geübt – bereits nach 5 Jahren lief alles so wie wir es wollten. Es ist also der Plan geboren, dass sich einer von uns einen festen Job sucht und die Grundversorgung sicherstellt. Der andere wird dann parallel wieder etwas Eigenes aufbauen. Was das wird? Wir werden sehen! Vielleicht die Lodge mit Bed & Breakfast am See in den Bergen, vielleicht was anderes.  Wenn alle Stricke reißen, sind wir uns auch nicht zu schade bei Tim Hortons Kaffee zu verkaufen.

Ich bin mit meinem aktuellen Job hier ganz zufrieden und könnte das auch ruhig noch eine Weile machen. Tilo ist sich da nicht ganz so sicher und würden gern nochmal was ganz anderes probieren. Somit ist klar, wer von uns welchen Part übernehmen wird. Ich suche mir also einen Job. Nebenbei hat das auch einen anderen Vorteil, wenn erst mal nur einer sucht: Es gibt keinen Streit, wenn beide eine gute Stelle bekommen könnten, der eine aber in Calgary und der andere in Victoria. So sind wir mit der Wahl des Wohnortes noch relativ frei, wenngleich Vancouver natürlich ganz oben auf der Liste steht.

Wie funktioniert die Einwanderung nach Kanada?

Wer in Kanada leben und arbeiten möchte, muss geordnet einwandern. Dazu gibt es ein Bewerbungsverfahren bei dem man nach definierten Kriterien bewertet wird und ggf. eingeladen wird, die Unterlagen einzureichen. Am Ende steht dann der Permanent Resident Status.  Bevor jetzt gleich manch einer sagt “Das sollten wir hier auch einführen und nicht einfach jeden ins Land lassen!”, das ist hier genau so! Wir sind keine Flüchtlinge; wir müssen nicht um Leib und Leben fürchten oder damit rechnen, dass uns die Wohnung weggesprengt wird oder wir aus irgendwelchen Gründen verfolgt werden. Wir wollen geordnet in das Land einreisen. Und dafür gibt es faire Regeln, wie in Deutschland auch.

Was sind denn nun die Möglichkeiten zur Einwanderung? Das Einfachste wäre, wenn einer von uns Kanadier wäre oder Verwandte dort hätte. Haben wir beide nicht, also fällt der Weg des Familiennachzugs schon mal aus. Eine weitere Möglichkeit ist, sich als Investor zu melden und zuzusichern, Kanadiern Arbeitsplätze zu schaffen und mindesten 300.000 CAD zu investieren. Sicher eine schöne Idee, aber so groß ist der Sparstrumpf dann doch nicht.

Für bestimmte Berufsgruppen (z.B. Pflegekräfte) gibt es sogenannte “Provincial Nominee” Einladungen. Dabei vergeben die einzelnen Provinzen (vergleichbar mit unseren Bundesländern) Ausschreibungen, wer gerade gebraucht wird. Bewerber mit einem solchen Status haben es dann relativ leicht die nötigen Punkte für die Einladung zu erreichen.

Wir bewerben uns unter dem “Express Entry” Verfahren als “Skilled Worker”. Die Bewerbung läuft im ersten Schritt online ab. Dazu gibt es eine Reihe von Gebieten auf denen man Punkte sammeln kann. Z.B. bekommen junge Leute mehr Punkte als Ältere, berufserfahrene Leute bekommen mehr als unerfahrene, je höher der Schulabschluss, desto mehr Punkte, hat man in Kanada schon studiert oder gearbeitet: mehr Punkte. Hat man Verwandte in Kanada: mehr Punkte. Je besser man im Sprachtest ist, desto mehr Punkte, usw., usw. Einen riesigen Punktevorsprung bekommt man, wenn man eine feste Jobzusage von einem künftigen Arbeitgeber hat.

In Summe kann man 1.200 erreichen – derzeit reichen aber knapp 450 Punkte um in die zweite Runde zu kommen. Zweite Runde heißt, dass man gebeten wird innerhalb von 90 Tagen seine Unterlagen einzureichen. Dabei wird dann geprüft, ob die ganzen Angaben stimmen und ob es z.B. Einträge im polizeilichen Führungszeugnis gibt.

Wie sieht nun der ideale Ort zum Leben aus?

Wir machen es an einigen wenigen Kriterien fest. Erstens: es muss Arbeit geben. Damit fällt zumindest in den ersten paar Jahren eine abgelegene Lodge in den Bergen aus. Ich werde ja einen “normalen” Job suchen und will nicht, wie heute üblich, über eine Stunde Anfahrt ins Büro haben. Weiterhin sollte eine ausgewogene “Work/Life Balance” möglich sein. Das bedeutet, dass wir nicht wie die Blöden arbeiten wollen, nur um horrende Mieten für eine Wohnung in der Innenstadt zu berappen. Wenn es geht, darf es auch etwas weniger stressig sein und sich auch Zeit finden, das Land und die Natur zu genießen. Im Übrigen: in Kanada sind 10 bezahlte Urlaubstage im Jahr das Normalmaß! Auspowern und dann vier mal im Jahr Urlaub ist also eh nicht drin.

Ein weiterer Grund ist natürlich auch das Einkommen und die dafür fälligen Steuern. Wie oben schon geschrieben, sind die Einkommen etwas höher als bei uns, wenngleich man sich als “Ausländer” auch da erst mal hinarbeiten darf. Die Einkommenssteuer ist in Kanada zweigeteilt. Eine Steuer wird an das Land (also Kanada) abgeführt und ist für alle Verdiener gleich. Es gilt, wie bei uns “ Wer mehr verdient hat einen höheren Steuersatz”. Zu dieser Steuer gibt es dann noch die “Provincial Tax”, also der Teil der an das “Bundesland” geht. Hier gibt es in jeder Provinz andere Sätze, und andere Klammern (die Einkommensbereiche für die Sätze gelten). Was erstaunlich ist – zumindest wenn ich mit unseren Zahlen rechne – wir zahlen dort dann weniger Einkommensteuer als hier. Das hätte ich so nicht erwartet. Aus verschiedener Literatur wissen wir aber auch, dass sich die Kanadier an vielen anderen Stellen hohe Steuerbeträge abholen, die hier überschaubar sind. z.B. gibt es eine Steuer die unserer Grundsteuer ähnelt – diese richtet sich aber nach dem Marktpreis der Immobilie. Wenn ein Haus besonders schön ist, muss der Besitzer dafür auch viele Steuern zahlen. Steht dagegen ein verrosteter Truck vor der Tür, sinkt die Steuer. … Das wird also auch alles nochmal spannend.

In Kanada ist grundsätzlich jeder Bürger und Permanent Resident über die staatliche Krankenversicherung versichert. Diese ist zum Großteil steuerfinanziert – aber anders als das “Rundum-sorglos-Paket” hier in Deutschland. In Kanada wird man nur “Gesund” gemacht. d.h. Die Leistungen sind im Vergleich zu hier deutlich eingeschränkter. Zahnarzt, Zahnersatz, Medikamente, Protesten, Brillen, etc. – das zahlt man alles selber. Dafür kostet die gesetzliche Krankenversicherung auch nur einen Bruchteil – z.B. in British Columbia (die Provinz in der Vancouver liegt) nur 150 CAD pro Monat, für uns beide zusammen. (Stand heute)

Für uns, die ja doch hin und wieder mal zurück nach Deutschland kommen wollen, spielt natürlich auch eine Rolle, dass wir an die Welt angebunden bleiben. Wenn wir erst drei Tage mit Auto, Bus und Bahn unterwegs sein müssen um den nächsten Flughafen zu erreichen, ist das erst mal nicht optimal. Soll heißen, der Wohnort darf gern in Einzugsgebiet eines internationalen Flughafens sein.

Fazit

Wie man sieht, sind doch eine Reihe Überlegungen in den Plan eingegangen. Zum Teil haben wir schon vor Jahren die richtigen Entscheidungen getroffen um uns heute das Leben leichter zu machen. Ob die Vorbereitungen und Überlegungen ausreichend sind oder ob wir was Wichtiges übersehen haben? Das werden wir sehen!  Ein “Erfolg” wie ein Solarium auf Malle wird es aber sicher nicht.

Der Plan vom Auswandern …

Wir tragen uns seit einigen Jahren mit dem “Masterplan” vom Auswandern nach Nordamerika. Nun wird es ernst. Ich möchte hier die Beweggründe beschreiben und warum wir die Entscheidung so getroffen haben. Natürlich ist das keine Entscheidung, die man sich leicht macht und die man in einer Partnerschaft allein trifft. Dennoch sind viele der Beweggründe hier aus meiner persönlichen Sicht beschrieben. Das bedeutet natürlich nicht, dass hier nur meine Meinung gezählt hat – aber meine Sicht kann ich am besten beschreiben.

Warum wir Auswandern? Das dauert etwas länger!

Eins vorweg: Es ist nicht so, dass wir Deutschland oder Europa in irgend einer Art und Weise satt haben oder uns irgendwas von hier vertreibt! Das unterscheidet uns sicher schon mal von Vielen, die hier keine Zukunft für sich sehen oder gar alles schwarzmalen. Wir haben hier ein entspanntes Leben und es mangelt uns an nichts Essentiellem. Ich finde, das ist wichtig zu erwähnen, weil einige Zeitgenossen derzeit gern behaupten, dass hier alles ganz schlimm ist und immer schlimmer wird. (Flüchtlingskrise, Wirtschaftskrise, etc.) Dieser Umstand trägt sicher auch dazu bei, dass wir es nicht wirklich eilig haben, hier die Zelte abzubrechen.

Was uns wirklich bewegt, ist die Lust auf neue “Herausforderungen”. Und dieses Wort meine ich so, wie es eigentlich gemeint ist und nicht wie uns Kommunikationsberater einbläuen wollen, als hübsche Umschreibung für “Problem”.  Wir haben direkt nach dem Studium zusammen ein kleines IT Unternehmen gegründet und arbeiten immer wieder in neuen Projekten mit anderen Kunden. Eigentlich abwechslungsreich, aber auf Dauer ist es eben doch immer wieder das Gleiche. Die Arbeit macht Spaß, aber ich sehe mich in 10 Jahren nicht mehr in dem Job. Ganz nebenbei ändert sich unser Geschäftsumfeld derzeit recht stark, sodass wir unser aktuelles Geschäftsmodell nicht mehr all zu lange fahren können. Wir sind also eh gezwungen in den nächsten Jahren etwas zu ändern – dann doch aber bitte richtig und jetzt wo es uns gut geht. Man soll ja aufhören wenn es am schönsten ist… Das ist dann wohl jetzt.

Wir haben beide eine “Reisemeise” und sind schon in einigen Ecken unterwegs gewesen. Das Fernweh zog uns von Moskau bis Seattle, von Rom bis Stockholm schon an viele Orte. Besonders hat es uns dabei Nordamerika angetan – seit 2010 Kanada im Besonderen. Ich persönlich habe schon seit Schulzeiten den Wunsch einmal längere Zeit im englischsprachigen Ausland zu verbringen. Erstens, um etwas Neues zu erleben, zweitens weil der kulturelle Unterschied nicht all zu groß ist und drittens weil ich der Sprache halbwegs mächtig bin. Während der Schulzeit wollte ich gern ein Austauschjahr machen – jedoch fehlten mir damals die dafür nötigen finanziellen Mittel. Stattdessen habe ich meine Sommerferien und auch die ersten paar Semesterferien damit verbracht, als Reiseleiter für deutsche Jugendliche auf Sprachreisen in England zu arbeiten. Das war ja auch irgendwie “Auslandserfahrung”, wenn auch nur maximal 8 Wochen am Stück.

Warum Kanada?

In meiner Kindheit war ich viel mit meiner Omi im Urlaub. Offenbar überspringt die “Wanderslust” bei uns eine Generation. Als kleines Kind waren wir in Thüringen, im Harz, an der Ostsee und im Erzgebirge. Nach der Wende wurde der Radius etwas größer, sodass wir in Österreich, in Bayern und in Ungarn Urlaub machten. Das Highlight war dabei sicher die Rundreise zum Nordkap über Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen. Auch mit meinen Eltern waren wir in Dänemark, Italien, Frankreich und im Herbst immer im Rhein-Mosel-Gebiet. Bis dahin alles, was man mit Auto oder Bus erreichen konnte. Meine ersten eigenständigen Reisen gingen nach England zur Sprachreise, nach Bulgarien (der erste Flug in meinem Leben) und nach Spanien.

Man hätte in der Zeit als Schüler oder Student auch irgendwo in den Süden fahren können – jedoch reichen meine gemachten Erfahrungen mit Spanien und Italien aus um zu sagen “Urlaub südlich der Alpen ist nicht mein Ding”. Ich brauche keinen Strand, ständige Hitze und eine “mañana, mañana” Attitüde. Ich bin eher der Typ fürs kühle Klima. So kam es, dass ich mich für England begeisterte. Im Dezember 2008 stand dann die erste große Fernreise nach Boston USA an. Hier begann wohl für mich die Begeisterung für Nordamerika – ich sage bewusst nicht USA, weil Neuengland doch etwas ganz anderes ist, als z.B. Texas oder die ländlichen Gegenden in der Mitte.

Im Sommer 2010, zwei Tage nach Abgabe meiner Diplomarbeit, sind wir dann nach Vancouver Canada geflogen. Dort angekommen habe ich schon am Flughafen ein seltsames Gefühl von “hier bist du zuhause” gehabt. Verstärkt wurde dieses Gefühl auf einer fünf wöchigen Rundreise mit Camper und Mietwagen durch die Rocky Mountains, die Wildnis am Clearwater Lake, bis hin zu den Urwäldern an der Pazifikküste von Vancouver Island.

Nach diesem Trip hat mich das Land nicht mehr losgelassen. Zwei Jahre später sind wir dann nochmal mit Zelt und Mietwagen auf Vancouver Island und an der Westküste unterwegs gewesen. Auch diese Eindrücke haben den Wunsch dort zu leben nur noch mehr verstärkt. Wenn ich heute an die glücklichsten Momente überhaupt zurückdenke, dann kommen mir sehr schnell die Bilder vom Trip zum Mount Alber Edward (1, 2, 3) und der Wanderung auf den Mount Seymore in den Kopf. Was ist Glück? Das ist Glück!

Na klar – das war alles Urlaub und da ist eh alles schön! Dem sind wir uns bewusst und ja, auch hier gibt es schöne Ecken. Es mag sein, das wir hier etwas geblendet sind. Wenn man aber überlegt, dass man diese Vielfalt von Strand, Ozean, Berge mit Schnee, Großstadt und unendlicher einsamer Wildniss alles binnen 2 Stunden erreichen kann, wird es schon recht eng mit der Wahl eines Lebensortes in unseren Breitengraden.

Weiterhin spricht das Klima von Vancouver sehr für unsere Bedürfnisse. Es ist im Winter nicht zu kalt (wegen dem Ozean) und im Sommer nicht zu warm (wegen dem Ozean). Man kann also sagen, das Wetter ist ein bisschen so, wie in Norddeutschland. Wenn man aber das Extreme haben will, fährt man im Winter nach Whistler (knapp 2 Stunden) oder im Sommer in Okanagan Valley mit seinen Weinbergen.

Was wir damals in unseren Beiträgen nicht beschrieben haben, ist dass uns im Hotel aus dem Auto heraus das komplette Camping Equipment gestohlen wurde. Wir hatten also auch ein paar behördliche Rennereien in Vancouver zu erledigen (Versicherung, mehrfach Polizei). Dabei ist uns – wie schon so oft – aufgefallen, dass die Menschen dort sehr freundlich und hilfsbereit sind. Es ist eben etwas anderes, wenn man mit einem Lächeln und “How are you?” begrüßt wird, statt dem deutschen “Ausweis bitte!”. Es mag sein, dass das alles nur Oberfläche ist – aber für den Umgang miteinander ist es definitiv förderlich. Insgesamt – so scheint es uns – ist man wohl etwas entspannter im täglichen Leben unterwegs. Es ist nicht die “Schaffen, Schaffen, Schnell, Schnell” Einstellung wie hier und auch nicht die “mañana, mañana” Einstellung der Südeuropäer. Kurz um: mir gefällt der Schlag Mensch, so wie wir ihn kennengelernt haben.

Ein weiterer Punkt für Kanada, insbesondere Vancouver, sind die Job-Aussichten. Unser größter Traum wäre, es eine Lodge mit einem kleinen Bed & Breakfast zu betreiben – “nichts mit einer professionellen Edelstahlküche”. Dieser Traum ist nicht ganz unrealistisch, aber noch nicht jetzt. Für diesen Traum braucht man ein ganzes Stück Eigenkapital. Grundsätzlich haben wir zwar Einiges angespart, aber für eine Lodge aus der Portokasse reicht es eben noch nicht. Da wir als Kanadaneulinge auch noch keine “Bankhistory” vorweisen können, sind kanadische Banken auch nicht bereit uns breitwillig einen Kredit zu gewähren. Also müssen wir uns erst einmal eine “Bankhistory” aufbauen, sprich, wir müssen dort leben, ein Einkommen haben und unsere Rechnungen pünktlich bezahlen. Dann können wir das angehen. Bis dahin muss wenigstens einer von uns dafür sorgen, dass so viel Einkommen reinkommt, wie es Kosten zu decken gibt. Und das ist schon eine Herausforderung! Wir haben uns also dazu entschlossen, dass ich mir einen Job in Festanstellung suche, der uns das Überleben sichert. Das ist am ehesten möglich, wenn ich in meinem Umfeld als IT Projektleiter weiter arbeite. Dafür stehen die Chancen in Vancouver auch gar nicht so schlecht – wobei ich gestehen muss, dass ich noch keine Stelle gesehen habe, die heute ausgeschrieben ist und im Dezember 2017 beginnen soll. Wir werden uns dahingehend also noch etwas überraschen lassen und erst mal die Vorbereitungen angehen.

Warum jetzt?

Der Zeitpunkt ist so eine Sache für sich. Wann geht man ein solches Vorhaben an? Uns drängt ja nichts. Dennoch gibt es so ein paar Dinge, die uns antreiben.

Das Jahr 2014 endete für mich mit einer sehr prägenden Erfahrung, weil mit einigen komplexen Projekten, viel Arbeit und ein paar aussichtslosen Situationen konfrontiert war. Es endete damit, dass ich am 27. November Abends im Büro saß und eigentlich nur drei Zahlen im Excel zusammenaddieren musste – aber das nicht mehr geschafft habe. Ich rief meine Mutter an und wir telefonierten eine Weile. Am nächsten Tag bin ich dann zu meiner Hausärztin gegangen, die mir nach einigen Fragen direkt ins Gesicht sagte: “Sie machen jetzt nur noch einen Anruf an Ihre Auftraggeber, und zwar, dass Sie erst mal nicht weiterarbeiten können.” Sie diagnostizierte eine schwere Erschöpfung – eine Vorstufe zum BurnOut. Ich habe mich bis zu diesem Moment geweigert, dieses Thema für mich zu akzeptieren. Aber die Anzeichen waren alle wie aus dem Lehrbuch. Ich saß oder lag von dem Tag an knapp vier Wochen nur zuhause und habe keine Mail gelesen, keine Anrufe angenommen und keine anderen Kommunikationsmittel mehr angesehen. Im Nachgang sind mir dann so einige Dinge aufgefallen – es ging so weit, dass ich einen erhöhten Puls bekommen hatte, wenn der Wecker geklingelt oder ich eine SMS bekommen habe. In der Phase hatte ich sehr viel Zeit, um über Dinge nachzudenken. Macht das hier alles Sinn? Wo soll das Enden? Ist der Job der richtige? Zum Jahreswechsel war dann das Gröbste überstanden, sodass ich wieder nach vorn schauen konnte. Ich beschloss für mich, dass das Jahr 2015 ein Jahr der Entscheidung werden musste. Ich gab mir also Zeit bis Ende des Jahres zu entscheiden, wie die nächsten 10 Jahre aussehen sollen.

Das neue Jahr begann – dank eines großen Verständnisses und Unterstützung meines Hauptauftraggebers – schrittweise. Ich hatte alle Projekte, die mir den letzten Nerv geraubt hatten, abgegeben und konnte mich Stück für Stück wieder an die Arbeit ran tasten. Zu einem Termin bin ich mit einer Kollegin mit dem Auto gefahren. Während der Autofahrt haben wir uns dann über einige private Themen unterhalten, unter anderem über den Wunsch des Auswanderns. Ein prägender Satz des Gesprächs war “Rico, macht das jetzt. Irgendwann seid ihr im Leben eingerichtet und könnt nicht mehr neu anfangen.” Gemeint war, dass man irgendwann ein Haus hat, der Garten schön gemacht ist, die pflegebedürftigen Eltern mit im Haus wohnen und man da nicht mehr so einfach rauskommt. Sie selber hatte auch mal so einen Traum – hat die Schritte aber nie gemacht und heute macht das alles keinen Sinn mehr. Vielleicht ist der Abbruch aller Zelte hier der größte Fehler unseres Lebens – aber wenn wir scheitern, sind wir immer noch jung genug, um nochmal von vorn anzufangen. Wenn man es erst in den 50ern versucht und dann nach 5 Jahren scheitert, ist es mit 60 sehr schwierig nochmal was Neues zu beginnen. Eines weiß ich aber jetzt schon – es wäre der größte Fehler des Lebens, es nicht zu versuchen. Dann würde ich mich immer fragen, “Was wäre heute, wenn wir damals den Schritt gewagt hätten?” Und das möchte ich mir später nicht selber zum Vorwurf machen. Dieses Gespräch war irgendwie der Auslöser, dass wir uns einen Termin setzen müssen und dann darauf hinarbeiten.

Nun musste also ein Termin her. Wer uns kennt, weiß, dass wir nicht einfach Hals über Kopf handeln, sondern schon etwas überlegter an die Sache rangehen. Ohne neuen Job machen wir den Schritt nicht. Ohne geregelte Übergabe oder Abschluss unserer Verantwortlichkeiten machen wir nichts. Also haben wir uns überlegt, wann ein sinnvolles Datum für den Schritt wäre. Am Ende lief es auf ganz banale Dinge hinaus, wie “Wann läuft der größte Vertrag aus, den wir laufen haben?” – So wollen wir sicherstellen, dass wir keine sinnlosen Kosten verursachen. Fazit: Ein neues Auto wird nicht mehr geleast!  Es klingt also ganz trivial: Das Datum ist das Ende unseres Kfz-Leasingvertrags. Somit stand fest, dass wir Ende Oktober/Anfang November 2017 die Zelte abbrechen wollen.

Nun gilt es, alles darauf auszurichten. Eines der größten Themen dabei ist sicherlich, dass wir unsere Selbstständigkeit aufgeben würden und auch für unsere Geschäftspartner dann nicht mehr zur Verfügung stehen. Wir reden hier aber von fast zwei Jahren Vorlaufzeit, sodass wir uns alle gut darauf vorbereiten können, wenn wir es wollen.

Milwaukee

Ich zitiere mal eben Wikipedia: “Milwaukee ist die größte Stadt im US-amerikanischen Bundesstaat Wisconsin. Im Jahr 2010 hatte Milwaukee 594.833 Einwohner, deren Zahl sich bis 2013 auf 599.164 erhöhte. Milwaukee ist das Zentrum der Metropolregion Milwaukee, die mit 1.751.316 Einwohnern den größten Ballungsraum in Wisconsin bildet.”

In Anbetracht dieser doch recht interessant klingenden Einschätzung der weltweit zuverlässigsten Quelle, entschlossen wir uns kurzfristig dazu, einen Mietwagen zu buchen und einen Abstecher in oben genannte Stadt vorzunehmen. Also schnell das restliche Internet durchforstet und ein kleines Auto gemietet. Reicht ja. Bei der Inanspruchnahme des Verkehrsmittels stellte sich jedoch heraus, dass trotz der im Internet angegebenen Verfügbarkeit des gewählten Models, das kleine Auto nicht zur Verfügung steht. Allerdings können man für nur 2 Dollar mehr ein Upgrade erwerben, durch welches man sich in einem Ford Edge wiederfinden würde (Abbildung ähnlich).

In diesem zeitweise in unserer Verfügung stehenden Schiff segeln wir nun über den Highway in Richtung Norden. Chicago > Milwaukee sind ca. 150 km und bedürfen einer ungefähren Reisezeit von 1h 50min. Auf dem Weg eine Shoppinginsel in Form eines Outlets. Also angelegt und reingeschaut. Ja stimmt, wir brauchen nix, aber haben ist bekanntermaßen besser als brauchen. Allerdings spricht uns überraschender Weise nix an, weswegen wir ablegen und wieder Richtung Norden über den Asphalt gleiten.

Milwaukee präsentiert sich uns in erster Instanz in Form des Public Market. Eine große Markthalle mit zahlreichen regionalen Anbietern für Honig, Backwaren, Käse, Fleisch und Fisch. Der Fischstand verfügt zusätzlich über eine Sitzgelegenheit mit einem verführerischen Angebot: Lobster Dinner für 16 Dollar. Es gibt also am 27.Dezember Hummer. Das war schon 2008 so, drum ist es auch im Jahr 2015 so.

Nach diesem deliziösen Mahl erkunden wir nun diese Stadt mit ihrer halben Million Einwohner. Offenkundig sind diese Einwohner alle unterwegs. Die Stadt ist leer, also so richtig leer. Da ist nix los. Es scheint so, als wäre dieser Ort nicht auf Touristen eingestellt, denn nirgends ein Anzeichen von “Shop here” oder “Eat me” oder sonst was an typisch zurückhaltender amerikanischer Werbung. Es gibt genau einen Starbucks – und der ist geschlossen. Das sagt ja wohl alles.

Machen wir uns also mit dieser Erfahrung auf den Rückweg nach Chicago. Zurück auf dem Highway fliegen die Gewerbegebiete an uns vorbei und plötzlich taucht  auf einer Seite ein Macys auf. Direkt daneben eine Sears. Direkt daneben noch was Großes. Klug kombiniert lenkt Kapitän Rico in besagte Richtung uns was soll ich sagen: Eine Riesen-Shopping-Mall. Das sind amerikanische Maßstäbe. Von einem Ende zum anderen Ende braucht man ca. 1 Stunde zu Fuß. Ohne Worte.

Schließlich und endlich folgen wir dem Navigationsassistenten zurück nach Chicago. Glücklicherweise führt uns dieser nicht über den Highway, sondern über die “Landstraße”. Genauer gesagt durch die durchaus gepflegten und sehr beeindruckenden Vororte von Chicago. Hier kommen wir dann auch in den Genuss des bekannten amerikanischen “Ich mach mein Haus zu Weihnachten mal Bunt, denn Strom kostet nix” Wahnsinns. Alles in allem ein gelungener Tag.

Rico bringt das Schlachtschiff schließlich noch zurück in den Hafen und klein Tilo macht sich noch einmal auf den Weg in das nächtliche Chicago, um ein paar Fotos dieser bezaubernd beleuchteten Stadt zu machen.

X-Mas Day

Zugegeben … wir haben es gewusst … am 25. Dezember haben die Vereinigten Staaten von Amerika nicht geöffnet. Mit wenigen Ausnahmen sind sämtliche Einkaufs- und auch Nahrungsaufnahmemöglichkeiten geschlossen. Das stellt an sich auch keine große Schwierigkeit dar, wenn man sich am Abend zuvor bereits um die Versorgung des kommenden Sonnenaufgangs kümmert. Schwierig wird es aber, wenn einem diese vorausschauende Planung dadurch versperrt wird, dass 1.) am 24. Dezember ebenselbe Bezugsquellen auch bereits frühzeitig die Segel streichen und 2.) das Hotelzimmer nicht über den üblichen Coffee-Maker verfügt.

Dies führt nun dazu, dass sich ein kleiner Mann am Weihnachtstag früh am Morgen auf den Weg macht, bewaffnet mit Schal, Handschuhen, einer Kamera und 20 Dollar, um Frühstück zu jagen und zurück in die Hotelburg zu tragen. Ein Mann allein in einer großen Stadt. Das klingt unglaublich, ist aber Tatsache und ein absoluter Geheimtipp für alle Fotoliebhaber: Am 25. Dezember ist zwischen halb 8 und halb 9 nichts auf den Straßen los. Darum kann man sich problemlos auf die Straße stellen und mal eben ein Foto vom nicht vorhandenen Verkehr machen.

Am Ende dieser Expedition durch den schlafenden Großstadtdschungel galt es nun in alter Manier auf Futterjagd zu gehen. Glücklicherweise haben sich ein paar amerikanische Einwanderer gefunden, die für einen Mindestlohn von vermutlich 2 Dollar pro Stunden und dem Privileg jedem Kunden in den Kaffee spucken zu dürfen, am Weihnachtstag ihr Gatter öffnen. Die Beute zählt dann auch noch zu einer der nahrhaften und gesündesten der westlichen Welt: Dunkin Donuts.
Mit einem halben Dutzend erlegter Donuts in der Pappschachtel und zwei speichelfreien (ich habe genau hingeschaut) Bechern Kaffee konnte ich mich dann glücklicherweise doch wieder in die Burg zurück wagen. Ein guter Start in den Tag, der mit leichtem Sightseeing weiterging und am Ende die folgenden Eindrücke in sich vereint.

Leaving Home for Christmas

In diesem Jahr haben wir uns ja bekanntermaßen dem Strudel familiärer Weihnachtsfeierlichkeiten entzogen und ins fremde Land verabschiedet. Mittlerweile sind wir sogar angekommen. Obwohl die Reise an sich ja kein Ding ist.

Die Vorstellung, dass man morgens um 5 Uhr durch die verkniffenen und müden Augen die Umrisse des eigenen Schlafzimmers wahrnimmt, sich eine Stunde später in einen Bus in Richtung Bahnhof schleppt, um dann dort in eine S-Bahn zum Flughafen umzusteigen von dem aus man in ein bis zwei Flugzeuge steigt, die einen binnen 12 Stunden auf die andere Seite der Welt bringen, ist eigentlich absurd. Aber irgendwie ist das auch ziemlich g.. – ähm – großartig.

Das nicht ausgeschrieben G-Wort ist übrigens auch eine adäquate Beschreibung für unsere Unterkunft. Es ist ja bekannt das sich Fürsten wie wir auch nur in standesgemäßen Unterkünften niederlassen. Das Palmer House definiert das Wort pomforzionös neu.  Natürlich braucht man auch nach einer strapaziösen Reise, wie sie oben hypothetisch beschrieben wurde, einen Ort der Entspannung. Hier wird auf Ruhe und Entspannung geachtet, weshalb keine direkte Verbindung mit Internet möglich ist. Sämtliche Kontakte zur Außenwelt, müssen von selbiger vorgenommen werden. Drum erst einmal nur wenige Bilder. Der Rest wird bereitgestellt, sobald eine solide Internetverbindung es erlaubt.

Natürlich wünschen wir Euch allen ein Frohes Weihnachtsfest und geruhsame Feiertage.